Eine eigentlich fällige Heizungserneuerung weiterhin aufzuschieben, rechnet sich nicht, auch vor dem Hintergrund der Mehrwertsteuererhöhung ab Januar 2007. Bei einem heutigen Endpreis für eine Öl-Brennwertanlage von 8.000 Euro schlägt die höhere Mehrwertsteuer immerhin mit gut 200 Euro zusätzlich zu Buche.
Nach Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur (dena) macht sich die Erneuerung einer veralteten Heizungsanlage von allen energetischen Gebäudesanierungsmaßnahmen am schnellsten bezahlt. So amortisiert sich die Investitionssumme von 12.000 Euro für den Einbau einer Brennwertheizung mit zusätzlicher Solarwärmeanlage laut dena nach rund zehn Jahren. Als Berechnungsgrundlage dient ein durchschnittliches Einfamilienhaus des Baujahres 1970 mit 150 Quadratmetern Wohnfläche und einem bisherigen Jahresverbrauch von 4500 Litern Heizöl für Heizung und Warmwasser. Bei einer Energieeinsparung von 35 Prozent werden schon im ersten Jahr knapp 1000 Euro eingespart, in den Folgejahren jeweils fünf Prozent mehr, weil die dena von einem entsprechenden Anstieg der Energiekosten ausgeht.
Das Optimum, eine komplette energetische Sanierung des Hauses, erfordert nach dena-Angaben eine Investitionssumme von 47.000 Euro. Diese Maßnahme, die außer Heizungserneuerung und Einbau einer Solaranlage zusätzlich die Dämmung der Fassade, der obersten Geschoss- und der Kellerdecke sowie den Einbau von Wärmeschutzfenstern beinhaltet, amortisiert sich erst nach 16 Jahren.
Experten empfehlen daher, die energetische Sanierung eines Hauses stets mit der Modernisierung der Heiztechnik zu beginnen. An den Investitionskosten sollte es nicht scheitern, denn für die neue sparsame Heizung müssen Ersparnisse gar nicht angetastet werden. Energiesparmaßnahmen in Häusern, die vor 1984 errichtet wurden, werden vom Staat gefördert und können über die KFW-Förderbank mit zinsgünstigen Darlehen finanziert werden. Bei einem idealen Finanzierungskonzept entsprechen die jährlichen Tilgungszahlen den eingesparten Energiekosten. Und sobald die Investitionssumme gedeckt ist, kommen alle weiteren Einsparungen voll dem Haushaltsbudget zugute.
Detailinformationen zu den aktuellen, auch regional gültigen Fördermöglichkeiten unter www.oelheizung.info.


