Begriffe R bis Z
Das Lexikon mit den Anfangsbuchstaben R bis Z
RAFFINATION
(siehe auch Raffinerieverfahren)
RAFFINERIE
Verarbeitungsanlagen, in denen aus Rohöl marktgängige Mineralölprodukte hergestellt werden (siehe auch Rohölprovenienzen). Es gibt reine Kraft- und Brennstoff-Raffinerien, so genannte (siehe auch) Hydroskimming-Anlagen, die im Wesentlichen nur Otto- und Dieselkraftstoffe sowie leichtes und schweres Heizöl liefern. Hydroskimming-Raffinerien sind in den vergangenen Jahren weitgehend in Vollraffinerien umgewandelt (durch Zubau von siehe auch Konversionsanlagen) oder stillgelegt worden. Vollraffinerien haben ein sehr umfangreiches Produktionsprogramm, das neben Kraftund Brennstoffen auch (siehe auch) Flüssiggas (Propan, Butan u. a.), petrochemische Rohstoffe, Spezial- und Testbenzine, Düsentreibstoff, Schmierstoffe, Paraffine, Bitumen usw. umfasst. Daneben gibt es Spezialraffinerien, die z. B. Schmierstoffe herstellen oder gebrauchte Schmierstoffe (siehe auch Altöl) aufarbeiten. Je nach Raffinerie-Typ und -Größe, Produktionsumfang und Kapazitätsauslastung schwanken die Verarbeitungskosten. Diese sind je Einheit bei dem hohen Anteil der fixen Kosten wesentlich von der Kapazitätsausnutzung abhängig. Literatur: MWV (Hrsg.), Mineralöl und Raffinerien.
RAFFINERIEKAPAZITÄT
(siehe auch Rohöldestillationskapazität, Auslastungsgrad)
RAFFINERIEVERFAHREN
Ausgangsverfahren der Mineralölverarbeitung ist die Destillation. Dabei werden die (siehe auch) Kohlenwasserstoffverbindungen des Rohöls in Abhängigkeit von ihrem Siedeverhalten in so genannten Destillationstürmen in einzelne Schnitte oder (siehe auch) Fraktionen aufgetrennt. So erhält man von unten nach oben in den einzelnen Stockwerken der Türme einen schweren Rückstand, die (siehe auch) Mitteldestillate (Gasöle), Benzine und Gase. Die einzelnen Fraktionen entsprechen noch nicht den Anforderungen, die der Markt an die Produkte stellt. Sie müssen daher noch weiter veredelt werden. Dies geschieht mit Hilfe von Umwandlungsverfahren, bei denen die Destillationsprodukte unter hohem Druck, bei hohen Temperaturen, unter Verwendung von Wasserstoff und in Gegenwart von Katalysatoren physikalisch und chemisch verändert werden. In Reformieranlagen werden z. B. Benzine zu hochoktanigen (siehe auch Oktanzahl) Ottokraftstoffen veredelt. An die Herstellungsverfahren schließen sich Raffinationsverfahren an, um den Mineralölen unerwünschte Bestandteile wie z. B. Schwefel zu entziehen. Solche Reinigungsverfahren dienen damit in hohem Maße dem (siehe auch) Umweltschutz. Zu den wichtigsten modernen Raffinationsanlagen gehört der (siehe auch) Hydrofiner (siehe auch Hydrotreating), in dem die Produkte durch Wasserstoffzugabe von unerwünschten Bestandteilen (siehe auch Schwefel) befreit werden. Weitere Raffinerieverfahren siehe (siehe auch) Konversionsanlagen, Cracken; Herstellung der Fertigprodukte siehe (siehe auch) Komponenten.
RAPSÖL, RAPSÖLMETHYLESTER
(siehe auch Biodiesel)
REFERENZÖL
Als Referenzöle („marker crude“) bezeichnet man die Rohölsorten, die den Bewertungsmaßstab für die meisten international gehandelten Rohöle bilden. In Europa ist dieses Referenzöl beispielsweise das Nordseeöl „Brent“, in den USA sind es die Sorten „West Texas Intermediate“ (WTI) und „Alaskan North Slope“ (ANS). Ein gebräuchlicher Indikator für die Rohölpreisentwicklung ist auch der so genannte OPEC-Korb von aktuell elf Rohölen.
REFORMIEREN
(siehe auch Raffinerieverfahren, Katalysator)
Das ursprünglich thermische, seit den 50er Jahren nur noch katalytische Reformieren der aus der Rohöldestillation erhaltenen Benzinfraktion führt zu den von heutigen Kraftfahrzeugmotoren geforderten hochoktanigen Komponenten der (siehe auch) Ottokraftstoffe. Dabei entstehen aus geradkettigen Kohlenwasserstoffen ohne Doppelbindung (siehe auch Paraffine) ringförmige ungesättigte (siehe auch Aromaten) mit hoher Oktanzahl und Wasserstoff. Durch die Anforderungen des (siehe auch) Auto/Öl-Programms wird der Einsatz von Reformat begrenzt, da der Aromatengehalt der Ottokraftstoffe eingeschränkt wird, der Wasserstoffbedarf der Raffinerie (z. B. zum siehe auch Entschwefeln) steigt dagegen an.
REFORMULATED GASOLINE
Dieser aus den USA stammende Begriff bezeichnet Benzine mit gegenüber den z.Zt. marktgängigen veränderter Zusammensetzung, um eine Minderung der Ozonbelastung zu erreichen. Für diese Kraftstoffe wird ein Mindestgehalt an Sauerstoff: z. B. (siehe auch) MTBE, ein niedriger Benzolgehalt und ein verringerter Dampfdruck gefordert. Sie dürfen weder Blei noch andere Schwermetalle enthalten. Die Anforderungen an das „reformulated gasoline“ sind in den USA im „Clean Air Act“ festgelegt, der 1990 verabschiedet wurde, um die Luftverschmutzung in den Großstädten und Ballungszentren zu reduzieren. Wegen der in Europa anderen Fahrzeugtypen und Fahrweisen hat die Europäische Kommission ein eigenes (siehe auch) Auto/Öl-Programm durchgeführt.
RID
Règlement concernant le transport international ferroviaire des marchandises dangereuses (Verordnung über die internationale Eisenbahnbeförderung gefährlicher Güter) (siehe auch Gefahrguttransport)
ROHBENZIN
Rohbenzin (Naphtha) ist die Bezeichnung für Destillate im Siedebereich von (siehe auch) Benzin, die als Rohstoff der Petrochemie dienen und dort insbesondere zur so genannten Pyrolyse in Steamcracker (thermische Spaltung) zwecks Gewinnung von Ethylen und Kuppelprodukten (Propylen, Butylen, Butadien) eingesetzt werden.
ROHÖL
(siehe auch Erdöl)
ROHÖLDESTILLATIONSKAPAZITÄT
Die Kapazität einer Raffinerie bemisst sich nach der ersten Verarbeitungsstufe, der Rohöldestillation. Sie gibt an, wie viel Rohöl einer definierten Provenienz (siehe auch Rohölprovenienzen) pro Zeiteinheit in der Destillationsanlage der jeweiligen Raffinerie durchgesetzt werden kann (Nominalkapazität). Die effektive Durchsatzkapazität hängt von den Eigenschaften der eingesetzten Rohöle und der Notwendigkeit von zu Stillstandszeiten führenden Überholungsarbeiten an den Anlagen ab.
ROHÖLPROVENIENZEN
Rohöle aus verschiedenen Vorkommen (Provenienzen) weisen unterschiedliche Qualitätsmerkmale auf. Als Qualitätsmaßstab werden international u.a. die (siehe auch) API-Grade als Ausdruck der Dichte verschiedener Rohölsorten verwendet.
Beispiele für Rohölsorten mit unterschiedlichen Qualitätsmerkmalen:
| Land (Rohölsorte) | API-Grade | Schwefelgehalt (Gew.-%) |
| Saudi-Arabien (Arabien Heavy) | rd. 28 | rd. 3,0 |
| Iran (Agha Jari) | rd. 34 | rd. 1,4 |
| Libyen (Zueitina) | rd. 35 | rd. 0,2 |
| Nigeria (Forcados) | rd. 31 | rd. 0,2 |
| Venezuela (Tia Juana) | rd. 27 | rd. 1,5 |
| Norwegen (Ekofisk) | rd. 26 | rd. 0,2 |
| Nordsee (Brent) | rd. 38 | rd. 0,3 |
API° < 20
| = schweres Rohöl
|
| API° 20–34 | = mittelschweres Rohöl |
| API° > 34 | = leichtes Rohöl |
Aus leichten Rohölen lassen sich überdurchschnittlich hohe Benzinanteile gewinnen, während schwere Rohöle im Allgemeinen zu einem höheren Anteil an schwerem Heizöl führen. Diese Qualitätsunterschiede spiegeln sich auch in den Rohölpreisen wider.
| Rohölsorte | Gase* | Benzin* | Mitteldestillate* | Rückstand* |
Arabian Heavy (Saudi-Arabien)
| 1,6
| 15,9
| 26,0
| 56,5
|
Agha Jari (Iran)
| 1,7
| 20,3
| 30,0
| 48,0
|
Zueitina (Libyen)
| 1,0
| 22,0
| 39,0
| 38,0
|
Forcados (Nigeria)
| 0,8
| 17,2
| 45,0
| 37,0
|
Tia Juana (Venezuela)
| 1,0
| 10,0
| 29,0
| 60,0
|
Ekofisk (Norwegen)
| 1,3
| 22,7
| 32,0
| 44,0
|
Brent (Bordsee)
| 2,3
| 34,5
| 24,7
| 38,5
|
* Anteile in %
ROTTERDAMER MARKT
Wichtigster Umschlagplatz für Mineralöl in Europa und gleichzeitig bedeutendster Raffineriestandort ist die Region um Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam (ARA-Raum). Dort stehen Raffinerien mit einer Gesamtkapazität von rund 90 Millionen Tonnen sowie rund 30 Millionen Kubikmeter Tankraum. Diese Raffinerien versorgen zum einen den heimischen Markt, zum anderen dienen sie als „Swing-Refineries“ oder „Balancing-Refineries“ den Gesellschaften für die Versorgung anderer Märkte in Europa.
Rotterdam bietet die Möglichkeit, Großtanker zu entladen. Von Rotterdam führen eine Anzahl von Rohölpipelines nach Belgien und Deutschland sowie eine Produktenpipeline in das Rhein-Ruhr-Gebiet und bis nach Ludwigshafen (siehe auch Pipeline). Daneben werden von Rotterdam aus Ölprodukte mit Rheintankschiffen ins Hinterland transportiert. Der Handel in Rotterdam erfolgt durch kurzfristige Verträge. Dabei schwanken die Preise je nach Angebot und Nachfrage erheblich (siehe auch Spotmarkt). Die Rotterdamer Preisnotierungen spiegeln die Weltmarkttendenzen wider und sind maßgebend für das Ölpreisniveau in Europa.
ROYALTIES
(siehe auch Förderabgabe)
RÜCKSTAND
Destillationsrückstand, Atmosphären-, Vakuumrückstand; Rückstandsöl In der chemischen Technologie der Stofftrennung allgemein gebräuchliche Bezeichnung für die Anteile bei einem Destillationsvorgang, die sich unter den Verfahrensbedingungen nicht verflüchtigen und „überdestillieren“, sondern im Destillationsgefäß „zurückbleiben“. Die Bezeichnung sagt nichts über den Wert dieser Produkte aus, etwa im Sinne von „Reststoff“.
SAUERSTOFFHALTIGE KOMPONENTEN
Sauerstoffhaltige Komponenten sind chemische Verbindungen, die neben Kohlenstoff und Wasserstoff auch Sauerstoff im Molekül enthalten und als Komponenten zur Herstellung von Ottokraftstoff eingesetzt werden können. Zu ihnen zählen vor allem (siehe auch) Ethanol, (siehe auch) Methanol, (siehe auch) MTBE und Tertiär-Butylalkohol (TBA). Sauerstoffhaltige Kraftstoffkomponenten können sich anders auf das Fahrverhalten auswirken als Kohlenwasserstoffe. Ihre Zugabemenge ist daher durch eine EG-Richtlinie (85/536/EWG) begrenzt worden, deren Werte von der Kraftstoffnorm übernommen worden sind.
SAUGRÜSSEL
(siehe auch Gasrückführung)
SCAVENGER
Scavenger („Verflüchtiger“) sind in den früher den Kraftstoffen zugesetzten Bleiadditiven enthalten. Es handelt sich um Halogenkohlenwasserstoffe, die Bleiablagerungen im Motor und damit Betriebsstörungen verhindern sollten. Die Mineralölindustrie hat 1990 freiwillig auf diese Zusätze verzichtet; seit Herbst 1996 stellt sie keinen verbleiten Ottokraftstoff mehr her.
SCHMIERFETT
Schmierfette sind – vereinfacht gesagt – Kombinationen von Schmierölen mit Verdickungsmitteln, die auch dort verwendet werden können, wo Schmieröle wegen der Schwerkraft wegfließen würden. Als Verdickungsmittel kommen entweder Seifen oder Kunststoffe in Frage.
SCHMIERÖL
Schmieröle bestehen aus den hoch siedenden Fraktionen des Rohöls. Sie werden durch (schonende) Destillation im Vakuum abgetrennt, entparaffiniert, entaromatisiert und abschließend mit Wasserstoff unter Druck behandelt, um Reste störender Verunreinigungen zu eleminieren (siehe auch Grundöle). Durch Vermischen von Grundölen mit verschiedenen Eigenschaften und durch Auswahl geeigneter (siehe auch) Additive werden die Eigenschaften des Fertigproduktes (Motorenöl, Getriebeöl, Elektroisolieröl, Metallbearbeitungsöl, Hydrauliköl usw.) eingestellt.
SCHNITT (SIEDESCHNITT)
(siehe auch Fraktion)
SCHWEFEL
Chemisches Element, Zeichen S. Schwefel ist gelb, fest, geruchsfrei und brennbar. An verschiedenen Stellen der Erde kommt Schwefel rein vor, kommerziell hergestellt wird er durch (siehe auch) Entschwefelung von Erdgas und Mineralölprodukten (siehe auch Schwefelgehalt).
SCHWEFELDIOXID
Schwefeldioxid ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, das beim Verbrennen von Schwefel und schwefelhaltigen Brennstoffen entsteht. Chemisches Zeichen SO2. Die SO2-Emission aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas) ist durch die deutsche Umweltschutzgesetzgebung drastisch vermindert worden. Das ist besonders in Belastungsgebieten (Ruhrgebiet, Großstädte) dokumentiert. Zukünftig ist der SO2-Immission durch „Importe“ aus dem Ausland verstärkt Beachtung zu schenken.
SCHWEFELGEHALT
Rohöle enthalten je nach Sorte unterschiedliche Mengen an Schwefel, der chemisch an verschiedene Kohlenwasserstoffe gebunden ist. Besonders schwefelarm sind Rohöle aus Algerien, Libyen, Nigeria und den Nordseevorkommen; besonders schwefelreich – mehr als 3,1 Gewichtsprozent – sind Rohöle aus Kolumbien, Mexiko und einige venezolanische Rohöle. Der durchschnittliche Schwefelgehalt der nachgewiesenen Rohölreserven der Welt liegt bei 1,8 Gewichtsprozent (siehe auch Rohölprovenienzen). Der durchschnittliche Schwefelgehalt der von Raffinerien in Deutschland verarbeiteten Rohöle ist von 1,6 Gewichtsprozent im Jahre 1960 auf unter 1,0 Gewichtsprozent im Jahre 1990 zurückgegangen, da vor allem aus Umweltschutzgründen zunehmend schwefelarme Rohöle verwendet worden sind. Der Schwefelgehalt vieler Mineralölprodukte ist gesetzlich limitiert. So liegt der Grenzwert für Benzin (siehe auch Benzinqualitäten) derzeit bei 150 (siehe auch) ppm. Die deutsche Mineralölindustrie bietet seit dem 1. Januar 2000 Super Plus flächendeckend mit Schwefelgehalten unter 50 ppm an (Bezeichnung: schwefelarm). Der maximal zulässige Schwefelgehalt im Dieselkraftstoff beträgt seit Januar 2000 in Deutschland 0,035% (350 ppm), für leichtes Heizöl gilt seit dem 1. März 1988 eine gesetzliche Beschränkung des Schwefelgehaltes auf 0,2 Gewichtsprozent. Er wird im Jahre 2008 auf 0,1 Gewichtsprozent gesenkt. (siehe auch Umweltschutz)
SCHWEFELWASSERSTOFF
Schwefelwasserstoff ist ein farbloses, gesundheitsgefährdendes Gas, das u. a. bei Fäulnisprozessen von Eiweiß entsteht und daher faulen Eiern den charakteristischen Geruch verleiht. Es entsteht als Primärprodukt bei der Entschwefelung von Mineralölen und wird in Schwefelanlagen nach dem Clausprozess (siehe auch Clausanlage) in elementaren Schwefel (gelb, fest, geruchlos) als Rohstoff für die chemische Industrie umgewandelt.
SEKUNDÄR-FÖRDERUNG
(siehe auch Fördertechniken)
SICHERHEITSBERATER
(siehe auch Gefahrgutbeauftragte)
SICHERHEITSVORSCHRIFTEN
Sie umfassen alle für die Lagerung, den Transport und den Umgang mit gefährlichen Stoffen (z. B. siehe auch Benzol) erlassenen Gesetze, Verordnungen und Richtlinien. Dabei handelt es sich vor allem um das (siehe auch) Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und die Störfall-Verordnung, das Gefahrgutgesetz mit den Gefahrgutverordnungen (siehe auch Gefahrguttransport) für die einzelnen Verkehrsträger, das (siehe auch) Wasserhaushaltsgesetz (WHG) mit den entsprechenden Verwaltungsvorschriften, die Gefahrstoff-Verordnung, die Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF), die Explosionsschutzverordnung sowie Richtlinien zur Unfallverhütung (UVV). Ein Teil dieser Richtlinien wird unter Beteiligung der Wirtschaft in staatlich autorisierten Gremien wie insbesondere dem Deutschen Ausschuss für brennbare Flüssigkeiten (DAbF) erarbeitet. Beschaffenheitsanforderungen bedürfen aus EU-wettbewerbsrechtlichen Gründen der europäischen (siehe auch) Normung. Nur Betriebsvorschriften und standortspezifische Bauordnungen verbleiben im nationalen Zuständigkeitsbereich.
SIEDEANALYSE
Zur Charakterisierung ihrer Flüchtigkeitseigenschaften werden Mineralölprodukte unter definierten Bedingungen destilliert (siehe auch Destillation). In Anforderungsnormen oder Spezifikationen werden bestimmten Temperaturen Mengenverhältnisse zugeordnet oder Temperaturen für fixierte Mengenverhältnisse vorgeschrieben.
SIEDEBEREICHE
(siehe auch Fraktion)
SPOTMARKT
Jede Mineralölgesellschaft wird sich zeitweise Überschüssen und zeitweise einem Mangel bei einzelnen Produkten oder Rohölqualitäten gegenübersehen, die es kurzfristig auszugleichen gilt. Hierfür bietet sich der Spotmarkt an. Spotmärkte dienen dem kurzfristigen Handel mit Mineralölprodukten und Rohölen. Sie sind regionale Märkte, da der kurzfristige Ausgleich lokaler Versorgungslücken keine langen Transportzeiten erlaubt. Der Spotmarkt für Nordeuropa ist der (siehe auch) Rotterdamer Markt. Aus der Sicht der Verkäufer stellt der Spotmarkt einen Mechanismus dar, der es ermöglicht, dauerhaft oder vorübergehend anfallende Überschüsse abzusetzen. Für die Käufer besteht das Interesse an diesem Markt vor allem darin, günstige Angebote wahrzunehmen und in Knappheitssituationen einen „Markt der letzten Zuflucht“ zu haben. Es gibt Raffineriegesellschaften, die regelmäßig oder sporadisch bewusst zu Grenzkosten für den Spotmarkt produzieren, um ihre Raffineriekapazitäten besser auszulasten und dadurch die „Stückkosten“ zu senken.
STEAMCRACKEN
(siehe auch Cracken)
STEINKOHLEEINHEIT (SKE)
Maßeinheit für Energiegehalt von Brennstoffen. Mit dem Gesetz über die Einheiten im Messwesen (vom 2. Juli 1969) und den nachfolgenden Ausführungsverordnungen ist für den geschäftlichen und amtlichen Verkehr in der Bundesrepublik Deutschland die Umstellung von Einheiten des technischen Messsystems auf das internationale System von Einheiten (SI) geregelt worden. Die SI-Einheiten sind für die Bundesrepublik Deutschland als gesetzliche Einheit ab 1. Januar 1978 verbindlich. Seitdem wird allgemein für alle Energiearten in Thermik, Mechanik und Elektrizität die Einheit „Joule“ verwendet. 1 J (Joule) = 1 Nm (Newton-Meter) = 1 Ws (Wattsekunde).
Die Kalorie (cal) und davon abgeleitete Einheiten wie Steinkohleeinheiten (SKE) und Rohöleinheiten (RÖE) können für eine Übergangszeit nur noch hilfsweise verwendet werden. Die Maßeinheit Joule hat sich in energiewirtschaftlichen Veröffentlichungen bisher noch nicht umfassend durchgesetzt. In der energiewirtschaftlichen Praxis ist die Steinkohleeinheit eine gängige Vergleichs-Maßgröße geblieben.
Vergleich der alten und neuen Maßeinheit:
| Einheit | kJ | kWh | kcal |
| 1kJ | - | 0,000278 | 0,2388 |
| 1 kcal | 4,1868 | 0,001163 | - |
| 1 kWh | 3600 | - | 860 |
| 1 kg SKE | 29308 | 8,14 | 7000 |
| 1 kg RÖE | 41868 | 11,63 | 10000 |
SUBSTITUTION
Hierunter wird in der Energiewirtschaft der Ersatz eines Energieträgers durch einen anderen verstanden (direkte Substitution). Sie führt also zu einer Veränderung der Struktur der verwendeten Energieträger, z. B. Ersatz von schwerem Heizöl zur Stromerzeugung durch Kohle. Die Möglichkeiten zur Substitution werden im Wesentlichen durch folgende Faktoren beeinflusst:
- Die Angebots- und Nachfrage-Relation zwischen konkurrierenden Energieträgern;
- die Kosten- und Preis-Relation zwischen konkurrierenden Energieträgern;
- die technisch-wirtschaftlichen Substitutionsmöglichkeiten der einzelnen Energieträger untereinander;
- Eingriffe der Politik in den Energiemarkt (siehe auch Energieprogramm der Bundesregierung, Umweltschutzvorschriften, Verstromungsgesetze).
TA LUFT
Die TA Luft ist die „Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft)“. Sie ist ein an die Vollzugsbehörden gerichtetes Regelwerk zum Umweltschutz. Die Betreiber industrieller und gewerblicher Anlagen sind von den Vorschriften der TA Luft erst betroffen, wenn Sie von den zuständigen Behörden in Auflagen umgesetzt worden sind. Die TA Luft enthält nach § 48 BImSchG vor allem Immissionswerte, Emissionswerte und Vorschriften für Messverfahren für Schadstoffe.
TANKERCHARTER
(to charter = mieten)
Da Tanker überwiegend unabhängigen Reedern gehören, müssen die Ölgesellschaften von ihnen Tanker anmieten. Dabei gibt es im Wesentlichen drei Charter-Arten:
- Reise-Charter (spot charter): Anmietung eines Tankers für eine Reise. Die Raten für Spot Charter schwanken je nach der akuten Angebots-Nachfrage-Situation,
- Konsekutive Reise-Charter (consecutive voyage charter): Anmietung eines Tankers für mehrere aufeinander folgende Reisen,
- Zeit-Charter: Anmietung eines Tankers für einen bestimmten Zeitraum.
Längerfristig gecharterte Tanker tragen zusammen mit den eigenen Tankern der Ölgesellschaften die Grundlast des Öltransports. Reise- und konsekutiv gecharterte Tanker dienen zum Ausgleich von Spitzenbelastungen im Öltransport.
TERTIÄR-FÖRDERUNG
(siehe auch Fördertechniken)
TOLUOL
Toluol ist ein so genanntes „Homologes“ des Benzols. Es unterscheidet sich von diesem dadurch, dass der „Benzol“-Ring eine so genannte Methylgruppe trägt. Es ist weniger gesundheitsgefährdend als Benzol, insbesondere nicht Krebs erzeugend, und hat daher das Benzol in vielen Anwendungen, vor allem als Lösungsmittel, ersetzt.
TOVALOP
Tanker Owners Voluntary Agreement Concerning Liability for Oil Pollution Damage Aus Anlass des „Torrey Canyon“-Ölunfalles 1967 von Tankerreedereien und Mineralölindustrie geschlossene Haftungsvereinbarung. TOVALOP entschädigt für Ölschäden, die durch dem Abkommen angeschlossene Tanker verursacht werden. Fast die gesamte Welttankerflotte ist dem Abkommen beigetreten.
TREIBHAUSEFFEKT
(siehe auch Klimaveränderung)
TRIBOLOGIE
Das Wort Tribologie kommt aus dem Griechischen und bedeutet in wörtlicher Übersetzung „Reibungslehre“. Die Tribologie ist die Wissenschaft von der Reibung und ihren Wirkungen bzw. die Lehre von der wissenschaftlichen Erforschung und technischen Anwendung der Gesetzmäßigkeiten und Erkenntnisse für die Sachgebiete Reibung, Schmierung und Verschleiß einschließlich Schmiermittel.
ÜBERFÜLLSICHERUNGEN
Überfüllsicherungen verhindern die Überfüllung von Tanks und sonstigen Behältern zum Lagern und zum Transport Wasser gefährdender Flüssigkeiten, indem sie rechtzeitig vor Erreichen der maximal zulässigen Füllhöhe mechanisch, elektrisch oder pneumatisch den Füllvorgang unterbrechen oder optischen bzw. akustischen Alarm auslösen.
UMWELTSCHUTZ
Schon frühzeitig hat die Mineralölindustrie in Deutschland aus eigener Verantwortung Maßnahmen zum Schutz der Umwelt – besonders im Bereich der Luftreinhaltung, des Gewässerschutzes, der Abfallbeseitigung und der Lärmminderung – ergriffen. Die Mineralölindustrie verbesserte unter Berücksichtigung der Umweltschutzanforderungen ihre Verfahren auf dem Gebiet der Förderung, des Transports, der Verarbeitung und der Verteilung von Mineralölen sowie die Umweltverträglichkeit ihrer Produkte ständig. So konnte u. a. durch die Verwendung niedrig-schwefeliger, schadstoffarmer Rohöle und aufwendiger Entschwefelungsanlagen der (siehe auch) Schwefelgehalt der Produkte (Dieselkraftstoff, Heizöle) verringert werden. Heizöl EL und Dieselkraftstoff werden seit den 50er Jahren entschwefelt. Seit der gleichen Zeit wird das Abwasser in Raffinerien biologisch aufbereitet. 1985 begann die freiwillige Abgabe von bleifreiem Benzin an den Tankstellen, 1996 wurde die Herstellung und der Vertrieb verleiten Benzins völlig eingestellt. Zwischen 1975 und 1999 hat die Mineralölwirtschaft mehr als 7 Milliarden DM für Umweltschutzmaßnahmen investiert, zusammen mit den Aufwendungen vor 1975 sind das fast 10 Milliarden DM. Das entspricht zwischen 10 % und 20 % der jährlichen Gesamtinvestitionen. Über 90 % dieser Aufwendungen entfielen auf Maßnahmen zur Verbesserung der Luftreinhaltung und des Gewässerschutzes. Darüber hinaus erfordern die Umweltschutzanlagen jährliche Betriebskosten in Höhe von rund 1 Milliarde DM.
UMWELTVERTRÄGLICHKEITSPRÜFUNG (UVP)
Bevor größere Projekte wie Industrieanlagen, Autobahnen, Hafenanlagen oder Feriendörfer errichtet und in Betrieb genommen werden dürfen, ist eine Unverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Mit dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung vom 12. Februar 1990 wird eine europäische Richtlinie umgesetzt. Damit es nicht zu Überschneidungen mit dem Bundes-Immissionsschutzgesetz kommt, das die Grundgedanken der UVP für industrielle Anlagen wie Raffinerien oder große Tankläger bereits früher enthielt, sieht das UVP-Gesetz eine entsprechende Anpassung vor.
UNFALLMERKBLÄTTER/SCHRIFTLICHE WEISUNGEN
Vorgeschriebener Bestandteil der Begleitpapiere beim (siehe auch) Gefahrguttransport, wo Stoffeigenschaften, Stoffgefahren und Notmaßnahmen beim Unfall zur Unterstützung insbesondere des Fahrers aufgeführt sind. Für die in der Mineralölwirtschaft in größerem Umfang zur Verladung kommenden Gefahrgüter hat der MWV verschiedene Unfallmerkblätter/Schriftliche Weisungen (z. B. für siehe auch Benzin) erstellt, die für den deutschsprachigen Straßen- und Eisenbahntransport sowie viersprachig für die europäische Binnentankschifffahrt verwendet werden können.
UNTENBEFÜLLUNG (BOTTOM LOADING)
Zur Vermeidung von Emissionen bei der Befüllung von Straßentankfahrzeugen entwickelte Technik, die die früher übliche Befüllung über Domöffnungen von oben (Top Loading) abgelöst hat. Diese in Deutschland in der 20. BImSchV (siehe auch Gaspendelung) und der entsprechenden europäischen VOC-Richtlinie vorgeschriebene Technik dient der Vermeidung von Emissionen bei der Tankwagenbefüllung. Die technischen Anforderungen sollen in eine europäische EN-Norm überführt werden, die erst im Entwurf vorliegt.
UPSTREAM
(stromaufwärts)
Bezeichnung für alle Tätigkeitsbereiche vor Transport, Verarbeitung, Vertrieb: also Ölsuche, -erschließung, -förderung (siehe auch Downstream).
VAKUUMDESTILLATION
Bei der Rohöldestillation (siehe auch Raffinerieverfahren) wird Rohöl unter Atmosphärendruck destilliert. Dabei werden alle Bestandteile des Rohöls (Gas, Benzin, Petroleum und Gasöl) gewonnen, soweit ihr Siedepunkt unter der Arbeitstemperatur von etwa 370 °C liegt. Bei höherer Erwärmung würde sich das Rohöl zersetzen. Die Gewinnung weiterer Destillate erfolgt bei nur geringfügig erhöhter Temperatur, jedoch bei deutlich abgesenktem Druck (Vakuum). Als leichteste Fraktion wird (siehe auch) Vakuumgasöl gewonnen, die schwereren Fraktionen werden entweder zur Herstellung von (siehe auch) Schmieröl oder als Einsatz für Crackanlagen (siehe auch Cracken; Konversionsanlagen) verwendet.
VAKUUMGASÖL
Leichtestes Produkt der (siehe auch) Vakuumdestillation; ist in seinen Eigenschaften dem schweren Gasöl der atmosphärischen Rohöldestillation ähnlich.
VAKUUMRÜCKSTAND
Rückstandsprodukt der (siehe auch) Vakuumdestillation. Vorprodukt zur Herstellung von (siehe auch) Bitumen oder (siehe auch) Petrolkoks bzw. Komponente des schweren Heizöls.
VAPOUR RECOVERY UNIT (VRU)
(siehe auch Gasrückgewinnung)
VAWS
(siehe auch Anlagenverordnung)
VERARBEITUNGSKAPAZITÄT
(siehe auch Rohöldestillationskapazität)
VERGASERKRAFTSTOFF
Veraltet für (siehe auch) Ottokraftstoff
VERSTROMUNGSGESETZE
Ziel der Verstromungsgesetze ist es, einen stabilen Einsatz von Gemeinschaftskohle in Kraftwerken zu erhalten und die Verwendung von Mineralöl und Erdgas zu begrenzen. Die gesetzlichen Maßnahmen sehen Investitionszuschüsse für den Bau neuer Steinkohlekraftwerke (Ende 1989 ausgelaufen) sowie Ausgleichszahlungen für die Mehrkosten des Einsatzes von Steinkohle gegenüber Öl und anderen Energieträgern vor (mit Jahresende 1995 beendet, siehe auch Kohlepfennig) und beinhalten ein Verbot (mit Genehmigungsvorbehalt) für den Bau neuer Öl- und Gaskraftwerke. Seit Mitte der 60er Jahre wurden drei Verstromungsgesetze erlassen:
- Gesetz zur Förderung der Verwendung von Steinkohle in Kraftwerken vom 12. August 1965: So genanntes Erstes Verstromungsgesetz (sieht überwiegend steuerliche Hilfen vor);
- Gesetz zur Sicherung des Steinkohleeinsatzes in der Elektrizitätswirtschaft vom 5. September 1966: So genanntes Zweites Verstromungsgesetz (Zuschussregelungen für den Steinkohleeinsatz, Genehmigungspflicht des Heizöleinsatzes);
- Gesetz über die weitere Sicherung des Einsatzes von Gemeinschaftskohle in der Elektrizitätswirtschaft vom 13. Dezember 1974: So genanntes Drittes Verstromungsgesetz (Einrichtung eines Ausgleichsfonds, Sonderregelungen für Mehrkostenausgleich, Quasi-Bauverbot für Öl- und Erdgaskraftwerke).
Die Verstromungsgesetze haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Anteil des Öls an der Stromerzeugung der Kraftwerke (öffentliche und industrielle) recht niedrig geblieben ist; er beläuft sich auf deutlich weniger als 1 % des gesamten Energieträgereinsatzes der Kraftwerke.
VISBREAKER
(siehe auch Cracken)
VISKOSITÄT
Zähflüssigkeit, wichtiges Charakteristikum für Mineralölprodukte. Benzin und Petroleum haben niedrige, Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl mittlere und Schmieröle hohe Viskosität in verschiedenen Abstufungen. Die Angabe erfolgt in mm2/s (Quadratmillimeter pro Sekunde), früher in cSt (Zentistoke).
WACHSDESTILLAT
Hauptprodukt der (siehe auch) Vakuumdestillation. Wachsdestillate sind bei Zimmertemperatur wachsartig erstarrt. Sie stellen das Einsatzprodukt der Schmierölherstellung (siehe auch Schmieröl) oder den Einsatz der katalytischen Crackanlagen (siehe auch Cracken) dar.
WASSERGEFÄHRDUNGSKLASSEN (WGK)
Das Bundesumweltministerium hat mit Zustimmung des Bundesrates aufgrund des (siehe auch) Wasserhaushaltsgesetzes eine Liste Wasser gefährdender Stoffe aufgestellt und entsprechend der Gefährlichkeit in drei Wassergefährdungsklassen (WGK) eingestuft. Die Einstufung ist Grundlage für Anforderungen zum Schutz der Gewässer an Anlagen zum Umgang mit Wasser gefährdenden Stoffen (siehe auch Anlagenverordnung, VAwS). Zusätzliche Informationen befinden sich im „Katalog Wasser gefährdender Stoffe“, der beim Umweltbundesamt zu beziehen ist. Mineralölprodukte sind im Regelfall in die beiden höchsten Gefährdungsklassen (WGK 2 und 3) eingestuft. Ausnahmen bilden Flüssiggas, Bitumen und Petrolkoks, die aufgrund ihrer Wasserunlöslichkeit als nicht wassergefährdend eingestuft sind.
WASSERHAUSHALTSGESETZ
Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) ist ein Rahmengesetz des Bundes zum Schutz der ober- und unterirdischen Gewässer; es wird durch Wassergesetze der einzelnen Bundesländer ergänzt. Das WHG enthält die grundlegenden Vorschriften, die bei der Einleitung von Abwasser und bei dem Umgang mit Wasser gefährdenden Stoffen (siehe auch Anlagenverordnung, VAwS) zu beachten sind. Insbesondere muss bei der Lagerung und beim Abfüllen von Wasser gefährdenden Stoffen der sog. Besorgnisgrundsatz eingehalten werden; d. h. die Anlagen müssen so errichtet und betrieben werden, dass eine Gewässerverunreinigung (einschließlich des Grundwassers) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen ist.
WASSERSTOFF
Wasserstoff ist ein farb- und geruchloses Gas, bei dessen Verbrennung lediglich Wasserdampf und – wegen des Stickstoffgehaltes der Luft – Stickoxide entstehen. Die Herstellung von Wasserstoff kann durch Elektrolyse oder durch die chemische Umwandlung wasserstoffhaltiger Materialien entstehen. In der Raffinerie entsteht Wasserstoff als Nebenprodukt beim Reformieren von Benzin. Die Verfügbarkeit von Wasserstoff in der Raffinerie ist die Voraussetzung für die Entschwefelung von Benzinen, Dieselkraftstoff und Heizöl EL. Bei erhöhtem Wasserstoffbedarf der Raffinerie muss dieser aus schwerem Heizöl oder Erdgas zusätzlich erzeugt werden. Dabei wird in großem Maß (siehe auch) Kohlendioxid frei. Als Beitrag zur Verminderung des Treibhauseffektes (siehe auch Klimaveränderung) wird der Einsatz von Wasserstoff als „erneuerbare Energie“ gefordert, da er ohne CO2-Erzeugung verbrennt. Die konventionellen Wege zur Wasserstoffherstellung (Elektrolyse mit Strom aus konventionellen Kraftwerken oder Kohle- oder Ölvergasung) führen jedoch ihrerseits zu höheren CO2-Emissionen. Die Kosten für die solare Erzeugung von Wasserstoff sind gegenwärtig noch beträchtlich, die Erzeugung in sonnenreichen Gegenden bedingt erhebliche Transportaufwendungen mit den damit verbundenen Risiken.
WHG
(siehe auch Wasserhaushaltsgesetz)
ZAPFPISTOLE
Zapfpistole muss richtig Zapfventil heißen und ist international genormt für die Abgabe von bleihaltigen Kraftstoffen nach DIN ISO 9158 und für „Bleifrei“-Qualitäten nach DIN ISO 9159. Für das Bleifrei-Zapfventil war ein dünnes Auslaufrohr eingeführt worden, um Fehlbetankungen von Autos mit Katalysator zu verhindern, deren Einfüllstutzen entsprechend eng gestaltet sind. Die zur Vermeidung von Emissionen bei der Pkw-Betankung eingesetzten Systeme (siehe auch Gasrückführung) sind ebenfalls genormt und ermöglichen so eine reibungslose Betankung unter den hierfür geltenden Bedingungen.
ZWEITAKTGEMISCH
Kraftstoff/Schmieröl-Mischung (Verhältnis 20:1 bis 40:1) zum Betrieb von Zweitaktmotoren, die weiterhin in Zweiräder (Motorrad, Moped) eingebaut werden. Zweitaktmotoren finden sich auch noch in Kraftfahrzeugen der ehemaligen DDR-Produktion (Wartburg, Trabant). Die (siehe auch) Tankstellen halten Mischeinrichtungen für die vom Fahrzeughersteller vorgeschriebene Kraftstoff/Schmieröl-Mischung vor.