Anforderungen an die Lagerung von Dieselkraftstoff in Anlagen bis 1.000 Liter

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Anforderungen an die Diesellagerung in Anlagen bis zu einem Nennvolumen von 1.000 Litern. (Die dargestellten Informationen sind zur Orientierung gedacht, sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

Grundsätzliches
Anlagen müssen immer so sicher gebaut und betrieben werden, dass kein Kraftstoff in das Erdreich und/oder in ein Gewässer (einschl. der Kanalisation) gelangen kann.

Anforderungen an die Lagerbehälter
Die Lagerung der Kraftstoffe darf nur in Behältern erfolgen, die für die Lagerung von Diesel- oder Ottokraftstoffen zugelassen sind. Das sind DIN-Behälter oder Lagerbehälter mit bauaufsichtlicher Zulassung und Ü-Zeichen.

  • Oberirdische Lagerbehälter müssen entweder doppelwandig mit Leckanzeigegerät oder einwandig mit Auffangwanne ausgestattet sein. Die Brauchbarkeit der Auffangwanne muss nachgewiesen werden (z. B. bauaufsichtliche Zulassung). Die Auffangwanne muss 10% des gesamten Lagervolumens, mindestens jedoch den Inhalt des größten Gebindes, fassen. Bei einem Dieseltank ist dies das gesamte Volumen des Tankes. Vorgaben in Wasserschutzgebieten Unabhängig von der Größe der Anlage müssen im Wasserschutzgebiet durch die Auffangwanne 100% des Lagervolumens der Anlage zurück gehalten werden können. Eine Doppelwandigkeit ersetzt die Auffangwanne.
  • Unterirdische Lagerbehälter, die unterirdisch gelagert werden, müssen doppelwandig sein mit Leckageanzeigegerät. In Wasserschutzgebieten gilt für neue Anlagen, dass nur Leckanzeigegeräte auf Über- bzw. Unterdruckbasis verwendet werden dürfen.

Kraftstoffabgabe
Die Zapfanlage muss mit dem Lagerbehälter fest verbunden sein und über eine der Bauart nach zugelassene Zapfpistole verfügen. Bei elektrisch betriebenen Befüllpumpen darf das Betanken der Fahrzeuge nur mit einer selbsttätig schließenden Zapfpistole erfolgen.

Anfahrschutz
Alle oberirdisch aufgestellten Lagerbehälter oder frei aufgestellten Zapfsäulen müssen durch geeignete Maßnahmen gegen mechanische Beschädigungen von außen, insbesondere gegen Anfahren durch Fahrzeuge, geschützt werden.

Anforderungen an den Abfüllplatz
Bei Lagermengen bis zu 1.000 Litern Dieselkraftstoff werden keine Anforderungen an den Abfüllplatz gestellt. Der Betrieb muss jedoch sicherstellen, dass von der Anlage keine Gefährdung von Boden, Grund- und Oberflächengewässer ausgeht.

  • In Reichweite des Dieselfasses muss mindestens ein für die Brandklasse B zugelassener 6-kg Feuerlöscher vorhanden sein.
  • Im Bereich des Dieselfasses ist stets eine ausreichende Menge Ölbindemittel vorzuhalten. Tropf- und Kleckerverluste sind jeweils unverzüglich mit Ölbindemittel aufzunehmen. Verunreinigte Ölbindemittel sind als Sonderabfall zu entsorgen.

Anzeige-, Genehmigungs- und Prüfpflichten

  • Eigenkontrolle durch den Anlagenbetreiber: Der Anlagenbetreiber hat, unabhängig von der Anlagengröße die Dichtheit seiner Anlagen und die Funktionsfähigkeit der Sicherheitseinrichtungen regelmäßig zu überwachen und zu dokumentieren.
  • Ortsfeste Anlagen bis 5m³ sind freigestellt und bedürfen keiner Baugenehmigung.
  • Anlagen mit einem Volumen von mehr als 1000 Liter (>1m³) müssen nach den wasserrechtlichen Vorschriften bei der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) angezeigt werden.

Brandschutz
Neben dem Gewässerschutz ist bei der Lagerung von Dieselkraftstoffen auch der Brandschutz zu beachten. Informationen erteilen das Amt für Arbeitsschutz (AfA) oder die Brandschutzversicherungen.

Im Schadensfall

  • Erste Anlaufstelle im Notfall ist die Feuerwehr. Telefon: 112
  • Schadensfälle mit Wasser gefährdenden Stoffen, hierzu zählen auch Diesel- und Ottokraftstoffe, sind unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen.