Ölpreisprognose 2018 & Ölpreisentwicklung

Viele "Ölpreis-Experten" übertreffen sich immer wieder zu gegenseitig mit ihren Prognosen und liegen am Ende dann auch oftmals daneben bzw. müssen Ihre Prognosen lediglich and die aktuelle Preisentwicklung anpassen. Als Endverbraucher steht man auf der anderen Seite nur staunend vor all den Zahlen und Fakten und stellt sich die Frage, was man nun glauben soll und was nicht. Der folgende Inhalt soll Ihnen als Leser einen Überblick über zusammengetragenen Ölpreisprognosen und fundamentale Rahmendaten bieten. Vielleicht hilft Ihnen hier die eine oder andere Aussage für Ihre eigene persönliche Entscheidung für einen Einkauf von z.B. Heizöl zu einem bestmöglichen Heizölpreis in Hamburg.

Fallende Ölpreise bzw. fallende Heizölpreise wären hier eine natürliche Folge auf kurz- bis mittelfristige Sicht. Durch die niedrigen Ölpreise sinken allerdings auch die Investitionen der Ölförderländer als auch die der Ölkonzerne in die Öl-Infrastruktur, so dass hier ein Investitionsstau droht. In der Zukunft könnte der Ölpreis dann bei anziehender Nachfrage nach dem (ehemals) schwarzen Gold mangels aktiver Anbieter und maroder Infrastruktur der Ölpreis möglicherweise wieder ansteigen.   

Historische Preisentwicklung von Rohöl der US-Sorte WTI (mit Zoomfunktion)

Eine Auswahl von aktuellen Ölpreisprognosen mit Nachfrageentwicklung
Die niederländische Großbank ING hat angesichts der jüngsten Entwicklungen ihre Preisprognosen für die Rohölsorten Brent und WTI deutlich nach oben angepasst. Die geopolitischen Risiken hätten deutlich zugenommen und die fundamentale Entwicklung im Markt sei bullish. Brent kletterte damit auf über 70 US-Dollar, weshalb man nun als Konsequenz auch die eigenen Preisprognosen deutlich anpasse. Im Jahresdurchschnitt 2018 sehen die ING Analysten Brent nun bei 66,50 US-Dollar, was eine deutliche Korrektur um +6,25 US-Dollar nach oben entspricht. Auch bei der Sorte WTI sieht man den Durchschnittspreis nun bei 62,50 US-Dollar, nachdem man die Rohölsorte zuletzt noch bei 57,75 US-Dollar erwartete. Für beide Rohölsorten ist dies eine Aufwärtskorrektur um etwa 10 Prozent. Im kommenden Jahr hingegen gehen die Analysten der Bank davon aus, dass die Preise wieder unter diesen Niveaus liegen werden. Die US-Rohölförderung ist seit Mitte 2016 jedes Quartal gestiegen und hat neue Rekordhochs erreicht. Diese Entwicklung werde sich nach Ansicht der ING weiter fortsetzen und damit auch die Preisniveaus in 2019 wieder belasten.

Geht es nach JPMorgan Analyst, John Normand, könnte die Ölsorte Brent in den kommenden Monaten noch auf 80 US-Dollar ansteigen. Dieses Szenario sieht er vor allem dann gegeben, wenn es im Falle des Iran neue Sanktionen geben wird. Der Krieg in Syrien hat die Wahrscheinlichkeit dafür sicher nicht gemindert, denn der Iran unterstützt die Assad Regierung, die USA jedoch die Opposition. Trump hatte schon im Wahlkampf angekündigt die Sanktionen gegen den Iran wieder zu verstärken, da er den Atomdeal als schlecht für die USA einstuft. Sollte es zu Sanktionen durch die USA kommen, könnte dies eine Spirale lostreten. Zwar importieren die USA kein iranisches Rohöl, sollte der Iran als Reaktion auf die Sanktionen jedoch aus dem Atomabkommen aussteigen, dann dürften auch wieder Sanktionen anderer Länder folgen. Auch haben die USA die Möglichkeit den Handel mit iranischen Öl indirekt zu erschweren. Maßnahmen in diese Richtung würden die Rohölexporte aus dem Iran sicherlich reduzieren, sodass die Versorgungslage knapper wird. Und das stützt in der Regel bekanntlich die Preisniveaus.

Eine monatlich Ende März 2018 durchgeführte Umfrage unter Investmentbanken zeigt, dass die 15 befragten Branchenvertreter im Durchschnitt mit einem höheren Ölpreis als zuletzt rechnen. Im Durchschnitt wird der Preis für die europäische Ölsorte Brent 2018 nun bei 63 US-Dollar und der Preis für die US-Sorte WTI bei 59 US-Dollar gesehen. Dies ist jeweils +1 US-Dollar höher als noch bei der vorherigen Schätzung im Vormonat. Für das nächste Jahr wird Brent dann aber nur noch bei durchschnittlich 61 US-Dollar eingeschätzt und für 2020 wird ein Durchschnittspreis von 62 US-Dollar prognostiziert. Analyst Christian Malek, von JPMorgan, der an der Umfrage teilgenommen hatte, führt aus, dass 70 US-Dollar vermutlich nicht nachhaltig überschritten werde. Allgemein begründen die Analysten die höher erwarteten Preise mit der hohen Quotentreue bei der Produktionskürzung von OPEC- und Nicht-OPEC Ländern, die die Bestände spürbar gesenkt und damit für eine knappere Marktlage gesorgt hat. Mit der steigenden Ölproduktion in den USA und der Tatsache, dass die Produktionskürzungen irgendwann auslaufen müssen, geht man davon aus, dass die Preisniveaus gegen Jahresende etwas günstiger werden und somit auch den Durchschnittspreis mit 63 US-Dollar wieder unter das aktuelle Niveau von über 67 US-Dollar ziehen können.

Laut einer März-Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters rechnen die Analysten am Ölmarkt weiterhin damit, dass die Ölpreise im laufenden Jahr steigen werden. Allerdings dürften die Preise nichtsdestotrotz in einer relativ engen Spanne bleiben, beeinflusst durch das Wachstum der US-Schieferölproduktion sowie die reduzierte Förderung der OPEC und anderer Produzenten. Im Durchschnitt rechnen die 37 befragten Analysten für 2018 mit einem Brent-Preis von 63,00 US-Dollar pro Barrel. Noch vor einem Monat hatten sie einen Durchschnittspreis von 62,37 US-Dollar erwartet. Die Ölsorte WTI wird den Analysten zufolge 2018 im Durchschnitt 58,88 US-Dollar pro Barrel kosten. Im Januar lag die Prognose für den Durchschnittspreis für leichtes Rohöl aus den USA noch bei 58,11 US-Dollar pro Barrel.

Der Experte Stephen Shork glaubt, dass die Ölpreise in diesem Jahr über den Niveaus des Vorjahres liegen werden, allerdings nicht mehr ganz so hoch wie noch im Januar. Hatten sich für die meiste Zeit im letzten Jahr noch eine Preisspanne von 45 bis 55 US-Dollar etabliert, so rechnet Shork in diesem Jahr nun mit einer Preisspanne, die etwa 10 US-Dollar höher liegen soll. Die Obergrenze gibt er mit etwa 65 US-Dollar an und nach unten wird der Widerstandsbereich bei 55 US-Dollar vermutlich als Unterstützung dienen. Abwärtsbewegungen bis auf 50 US-Dollar schließt er aber auch nicht aus. Für Shork sind höhere Preise wegen der rasant wachsenden US-Ölproduktion nicht vorstellbar. Die Förderung in den USA werde die Produktionskürzungen weitestgehend ausgleichen, ähnlich wie sie es auch schon von November 2016 bis November 2017 gelang. Basierend auf den neuesten Zahlen der EIA sei die US-Ölförderung in diesem Zeitraum um 7% stärker gewachsen als die OPEC mit ihren Kürzungen vom Markt genommen hatte. Und in diesem Jahr soll die Ölförderung weiter kräftig zulegen.

Die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs haben ihre Preisprognosen am 01.02.18 für die Ölsorte Brent deutlich angehoben. Hatte man bisher noch damit gerechnet, dass sich der Preis der Nordsee-Rohölsorte im ersten Quartal 2018 durchschnittlich auf 62 US-Dollar pro Barrel belaufen würde, geht man nun von einem Durchschnittspreis von 75 US-Dollar pro Barrel aus. Für das erste Halbjahr 2018 erwartet man einen Preis von durchschnittlich 82,50 US-Dollar pro Barrel, was einer Aufwärtskorrektur von +7,50 US-Dollar pro Barrel entspricht. Die Analysten begründen die Korrektur der Prognosen mit der starken Nachfrage nach Kraftstoffen, den Förderkürzungen der OPEC (und anderer Ölproduzenten) sowie dem starken Rückgang der Ölproduktion Venezuelas. Diese Faktoren hätten laut einem Bericht der Goldman Sachs Analysten Damien Courvalin und Jeff Currie dazu beigetragen, dass ein Überangebot am Ölmarkt bereits sechs Monate früher abgebaut worden sei als erwartet.

Immer wieder meldeten sich dieses Jahr Experten zu Wort, die den Markt als überhitzt ansehen und mit einer Korrektur rechnen. Am 06.02.18 mahnte Ole Hansen von der Saxo Bank, dass Brent zwischen 10% und 15% einbrechen könnte, sobald die Ölbestände wieder ansteigen und die saisonale Nachfrage nachlasse. Auch Norbert Rücker, von Julius Baer, hält einen derartigen Preisrückgang für möglich. Stimmungszyklen seien eine eher kurzfristige Angelegenheit und aktuell zeichne sich ein Wendepunkt des aktuellen Zyklus ab. Normaler Weise würden die Ölpreise um mehr als 10% nachgeben, wenn sich eine bullishe Stimmung abkühle. Ähnlich schätzen auch die Experten der Energy Information Administration (EIA) die Konstellation ein. Zwar hatten diese die Ölpreiserwartung für 2018 im aktuellen Monatsreport nach oben korrigiert, dies beruht allerdings in erster Linie auf den hohen Preisen zum Jahreswechsel. Der Durchschnittspreis für Brent wird im ersten Quartal mit 67,35 US-Dollar angegeben, soll dann im zweiten und dritten Quartal aber auf 62,33 bzw. 62,00 US-Dollar fallen. Dies entspräche einer Korrektur um ca. 8%. Ein weiteres Schwergewicht im Markt, das mit einer Korrektur rechnet, ist die UBS. Hier gehen die Analysten von steigenden US-Ölbeständen in den kommenden Wochen aus, während parallel die US Ölproduktion zunehmen sollte.

Die Analysten der Bank of America Merill Lynch haben die Mitte Marktlage Januar 2018 neu bewertet und in der aktuellen Preisrallye ihre Prognosen für die Ölsorten Brent und WTI stark nach oben korrigiert. Das Angebot/Nachfrage-Verhältnis verknappe sich schneller als bisher gedacht. Dies liege an besseren globalen Konjunkturbedingungen, kaltem Winterwetter in den USA und einer strikten Einhaltung der Produktionskürzungen durch OPEC und Nicht-OPEC Länder. Für das laufende Jahr sieht man nun eine durchschnittliche Unterversorgung von etwa 430.000 Barrel pro Tag auf den Markt zukommen, während man zuvor noch mit einem Defizit von nur 100.000 Barrel pro Tag gerechnet hatte. Entsprechend dieser knapper als bisher erwarteten Marktlage rechnet man mit einem Durchschnittspreis für Brent von 64 US-Dollar in 2018, was eine Korrektur von +8 US-Dollar zur letzten Einschätzung ist. WTI korrigiert man ebenfalls um +8 US-Dollar von 52 auf 60 US-Dollar nach oben.

Die Analysten der französischen Großbank BNP Paribas rechnen damit, dass ein positiver Wirtschaftsausblick und die zuletzt kalten Temperaturen in den USA der OPEC behilflich sein wird die Bestände in Richtung des fünf Jahre Durchschnittsniveaus zu drücken. Für 2018 sei der Marktausblick allerdings dennoch in etwa ausgeglichen, wobei die Vorräte zum Ende des Jahres, im vierten Quartal, wohl wieder steigen werden. Verantwortlich für diesen Effekt dürfte wohl die zunehmende Ölförderung aus den USA und anderen Ländern sein, wenn diese ihre Produktion bei dem momentan hohen Ölpreis ausbauen. Letztlich rechnet die Bank im laufenden Jahr mit einem Durchschnittspreis von 60 Dollar für die Ölsorte WTI und mit 65 US-Dollar für Brent, was einer Aufwärtskorrektur der letzten Preiseinschätzung um etwa +10 US-Dollar entspricht.

Ein weiterer Kandidat unter den Analystenhäuser, die ihre Preisprognosen nach oben korrigieren, ist Morgan Stanley. Die Investmentbank rechnet damit, dass der Preis für die US-Ölsorte WTI bis zum dritten Quartal 2018 auf 70 US-Dollar steigen wird. Bisher hatte man WTI bei 59 US-Dollar gesehen. Als Begründung für die Anpassung nennen die Experten die Unterversorgung, die dafür sorgen wird, dass die Ölbestände weiterhin abnehmen.

Die britische Großbank Barclays geht davon aus, dass die Ölbestände weiter sinken werden und sich der Markt wahrscheinlich stärker auf geopolitische Risiken und geringere Reservekapazitäten in der Produktion konzentrieren wird. Von daher schätze man den Durchschnittspreis für Brent im ersten Quartal 2018 mit insgesamt 56 US-Dollar nun +5 US-Dollar höher als bei der letzten Analyse ein. Für das laufende Jahr hatte man bei Barclays einen Durchschnittspreis von 53 US-Dollar geschätzt. Trotz des erwarteten Preisanstiegs im ersten Quartal warnen die Analysten bei Barclays gleichzeitig aber vor Abwärtspotenzial. Dank einer steigenden globalen Ölproduktion könnte Brent im zweiten Quartal 2018 auf 48 US-Dollar abrutschen, so die Experten.

Analysten von Energy Aspects gehen davon aus, dass die US-Schieferölproduktion alleine nicht ausreichen wird, um die Preise wieder nennenswert unter Druck zu setzen. Die Welt brauche deutlich mehr Öl als die USA bieten könne, so deren Hinweis. Die fundamentale Ausgangslage weise daraufhin, dass die Preise über 50 US-Dollar bleiben könnten, so das Fazit. Eine andere Einschätzung haben dahingehend die Analysten der Bank Julius Bär. Hier sieht man nach der guten Sommernachfrage einen saisonalen Rückgang des globalen Ölbedarfs zum Herbst und Winter. In der Regel ist die Nachfrage im vierten Quartal zunächst leicht rückläufig und fällt im ersten Quartal noch einmal deutlich. In Verbindung mit der wachsenden Ölproduktion in den USA und möglicherweise steigenden Exporten der OPEC, wenn deren saisonal hoher Eigenbedarf der Sommermonate abflaut, könnte sich der aktuelle Trend umkehren. Bei Julius Bär glaubt man daher, dass die Preise mehr Abwärts- als Aufwärtsspielräume haben und empfiehlt eine taktische Short-Position für den März 2018 Kontrakt. Eine ähnliche Einschätzung hat man auch bei Macro Risk Advisors. Analyst Chris Kettenmann glaubt, dass man bei Preisen von über 50 US-Dollar einen überversorgten Markt generiert, weshalb er zur Vorsicht rät und bei steigenden Preisen selber Verkaufspositionen eröffnet.

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Verhältnis Ölpreisentwicklung zu Heizölpreisen
Fallende Rohölpreise bedeuten übrigens nicht immer auch gleichzeitig fallende Heizölpreise im Euroraum. Sinkende Notierungen für Rohöl stehen in der Regel im Einklang mit einem steigenden US-Dollar bzw. (siehe Beispielgraphik rechts) einem fallenden Eurokurs. Da Rohöl an den internationalen Rohstoffmärkten in US-Dollar gehandelt wird, bewirken sinkende Rohölpreise somit nur teilweise einen günstigeren Heizölpreis. Ein fallender US-Dollarkurs sorgt andersherum für einen günstigen Wechselkurs in "Nicht-US-Dollar-Ländern" und somit zu einer höheren Nachfrage nach "günstigerem" Öl, was wiederum in der Folge zu steigenden Ölpreisnotierungen führt. Spekulanten nutzen den Rohstoff Öl oftmals als Hedge (Sicherungsgeschäft), um sich vor Währungsverlusten des US-Dollars und möglichen Inflationsgefahren in den USA zu schützen. Daher stehen kräftige Kursverluste des US- Dollars gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung traditionell im Einklang mit steigenden Ölpreisnotierungen. 

Fundamentale Rahmendaten
Für bullishe Kaufimpulse an den Märkten sorgen wiederkehrende Anschläge militanter nigerianischer Rebellen auf Öleinrichtungen im eigenen Land. Nigeria produziert aufgrund von vorkommenden Kampfhandlungen nur die Hälfte der möglichen Gesamtkapazität von 3,2 Mio. Barrel pro Tag. Das größte Ölförderland Afrikas verfügt mit geschätzten 36 Milliarden Barrel Ölreserven über besonders hochwertiges Rohöl der Sorte Bonny Light, welches sich auch sehr gut für die Weiterverarbeitung in Destillate wie Heizöl und Diesel eignet.

Für steigende Preise sorgen jedes Jahr auch Sturmaktivitäten im Golf von Mexiko sowie im atlantischen Becken im Zeitraum von Anfang Juni bis Ende November eines jeden Jahres. In den vergangenen Jahren hatten Wirbelstürme im Spätsommer und Herbst teilweise (Sturm Katrina) verheerende Schäden an der mexikanischen und US-amerikanischen Ölinfrastruktur verursacht und dadurch die Ölpreise auf damalige Allzeithochs getrieben. Laut Meteorologen der Colorado State University könnte die Aktivität in 2018 überdurchschnittlich sein, so die Experten. Man erwartet 14 Stürme, die stark genug sind mindestens zu einem Tropensturm heranzuwachsen. Hiervon sollen 7 Hurrikanstärke erreichen und wiederum 3 würden mindestens Kategorie 3 erreichen. Diese Einschätzung gilt für alle Stürme im Atlantik während der Saison. Wo diese genau diese auftreten und wie hoch die Gefahr für US-Ölanlagen ist, kann hierbei nicht gesagt werden. Trifft die Prognose zu, so wäre die diesjährige Saison zwar leicht über dem Durchschnitt, jedoch etwas ruhiger als im letzten Jahr. 2017 gab es insgesamt 17 Stürme, die mindestens die Stärke eines Tropensturms erreicht hatten. Hieraus entwickelten sich 10 Hurrikans, von denen 6 mindestens Kategorie 3 oder höher erreichten. Die letztjährige Hurrikan Saison hatte zum Teil erheblichen Einfluss auf die US-Ölanlagen im Golf von Mexiko sowie auf die Raffinerien im Süden der USA. Die Vorhersagen der Meteorologen sind dabei allerdings in der Regel nicht unbedingt sehr verlässlich, wenngleich der Markt solche Meldungen natürlich gerne aufnimmt.

Neue Marktimpulse, ausgehend von der Angebots- und Nachfragesituation, versprechen sich Experten von der wöchentlichen Veröffentlichung der jeweils neuesten US-Lagerbestandsdaten, die i.d.R. jeden Mittwochnachmittag (16:30 Uhr-MEZ) durch die US-Energiebehörde „Department of Energy“ (DoE) bekannt gegeben werden. Unter den zahlreichen statischen Daten wie z.B. die prozentuale Auslastung der US-Raffinerien stehen insbesondere die Entwicklung der Bestände an Rohöl, Benzin und die der Destillate, dazu zählen Heizöl und Dieselkraftstoff, im Fokus des Marktgeschehens. Hierbei gilt es auch saisonale Gegebenheiten zu berücksichtigen, so u.a. während der US-amerikanischen Sommerferien. In der sog. „driving season“ steigt aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens die Nachfrage nach Benzin dermaßen an, dass die Produktion von Destillat-Produkten wie Heizöl gedrosselt wird. Die „driving season“ beginnt und endet mit den US-Feiertagen Memorial Day (31. Mai) und Labor Day (06. September). 

Im Fokus des Marktgeschehens bleibt auch die Einstellung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die für ca. 40 Prozent des weltweiten Ölangebots verantwortlich sind. Allerdings wird die OPEC wohl langfristig noch weiter an Bedeutung verlieren, da Staaten wie Russland, Irak, Libyen, Iran und vor allem die USA die eigene Produktion (z.B. Schiefervorkommen) kräftig steigern. Es besteht immer die Möglichkeit, dass das Kartell Anpassungen seiner offiziellen Förderpolitik bzw. Kürzungen der täglichen Fördermengen vornehmen wird. Allerdings könnten solche Ausstoßkürzungen bzw. Verknappungen auf der Angebotsseite der täglichen Fördermenge die Weltwirtschaft lähmen, was eine sinkende Nachfrage zur Folge hätte. Im Übrigen besteht für die einzelnen OPEC-Mitglieder immer eher ein Anreiz (inoffiziell) mehr zu produzieren, um die Öleinnahmen (und damit die eigenen Haushalte) überhaupt noch stabil halten zu können. Experten schätzen die Einhaltung der festgesetzten Gesamtquote auf nur etwa 55-60 Prozent.

* West Texas Intermediate (WTI) ist die weltweit am stärksten nachgefragte Rohölsorte mit geringem Schwefelgehalt (Light Sweet Crude). Der NYMEX Light Sweet Crude Future ist der meistgehandelte Rohstoffkontrakt der Welt.

Weitere Informationen über die Ölpreisbildung
Der Mineralölwirtschaftsverband aus Hamburg hat eine Broschüre im PDF-Format bereitgestellt, in der ein kurzer Blick auf die Entwicklung (Einflussfaktoren & Ölpreisbildung) des Ölmarktes geworfen wird.