Über die Entwicklung auf dem deutschen Ölmarkt geben in erster Linie die monatliche Statistik des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – die Amtlichen Mineralöldaten (AMS) – und die aus ihr abgeleiteten Statistiken Auskunft. Diese Amtlichen Mineralöldaten basieren auf dem „Integrierten Mineralölbericht“, der monatlich an das BAFA bzw. den MWV von den Firmen des so genannten Erhebungskreises gemeldet wird. Dieser Bericht deckt nahezu alle Aktivitäten der meldepflichtigen Unternehmen im Mineralölbereich ab. Aus ihm werden Spezialstatistiken abgeleitet, wie z. B. die Produktionsstatistik und mehrere Absatzstatistiken; er dient dem BAFA aber auch zur Überprüfung der Einhaltung der Pflichtbevorratung (siehe auch Bevorratung). Außerdem werden vom Statistischen Bundesamt Außenhandelsdaten für Mineralöl erhoben. Für Warenbewegungen innerhalb der EU erfolgt dies nach dem Konzept des Intrastathandels. Für Ex- und Importe außerhalb der EU werden die Daten nach dem traditionellen Außenhandelprinzip erfasst. Weitere – nicht amtliche – Informationssysteme über den deutschen Mineralölmarkt werden bei verschiedenen Institutionen geführt:
Raffineriestatistik des MWV. Hier werden die Einsatzarten (Rohölprovenienzen nach Ländern, Halbfabrikate, Additive) sowie die Ausbringung (siehe auch Komponenten, Fertigprodukte) der deutschen Raffinerien erfasst. Die Erhebung ist dem Integrierten Mineralölbericht angegliedert und mit diesem folglich konsistent. Die Erhebung und die Veröffentlichung der Daten erfolgt monatlich.
Kapazitätserhebung des MWV. Einmal jährlich werden beim MWV die Raffinerieverarbeitungskapazitäten in Deutschland im Erhebungsjahr (Ist-Daten) und in den fünf folgenden Jahren veröffentlicht.
Voraussichtliche Produktion. Ebenfalls einmal zu Beginn des Jahres wird vom MWV die voraussichtliche Produktion der Raffinerien für das laufende Jahr erhoben.
Schmierstoffstatistik. Hier werden Angaben über den deutschen Schmierstoffmarkt, dessen Gesamtergebnisse im Integrierten Mineralölbericht erfasst werden, weiter untergliedert. Die Systematik der Schmierstoffgruppen orientiert sich dabei an den Vorgaben der Europäischen Schmierstoffstatistik (Europalub).
Euroilstockstatistik. Im Rahmen einer europäischen Stiftung nach holländischem Recht, Stichting Euroilstock, werden Informationen über die Bestände von Rohölen und Mineralölprodukten sowie den Raffinerieeinsatz und die Ausbeute monatlich europaweit erhoben. Die Ergebnisse werden von der Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht.
Ausgewählte Daten zum Energieverbrauch, erhoben von öffentlichen und privaten Institutionen, werden jährlich zur (siehe auch) Energiebilanz für die Bundesrepublik Deutschland aggregiert.
Nationales Informationssystem (NIS). Im Rahmen dieses Informationssystems übermittelt die Raffineriewirtschaft dem Bundeswirtschaftsministerium Daten über die Mineralölversorgung, den Mineralölabsatz sowie Kosten, Erlöse und Erträge.
Rohölregister EV. Gemäß einer Verordnung der Bundesregierung, die auf einer EU-Richtlinie basiert, stellen die Unternehmen der Mineralölindustrie monatlich Teilinformationen über Rohölimporte zur Verfügung. Diese geben Aufschluss über die Versorgungsbedingungen und -kosten der einzelnen Unternehmen.
Monthly Oil Statistics (MOS). Auch dies ist eine Sekundärstatistik der IEA, die aus den Informationen der national zuständigen Statistischen Ämter bedient wird.
Kraftstoffe, Heiz- und Schmieröl müssen entsprechend den für das jeweilige Produkt definierten Anforderungen aus mehreren (siehe auch) Komponenten gemischt werden. Die Mischvorgänge erfolgen überwiegend nach dem „Inline-Blending-Verfahren“, bei dem von den Produkten und den (siehe auch) Additiven die für die Mischung errechneten Mengen gleichzeitig in die zum Fertigproduktentank, zum Schiff oder zur Pipeline führende Leitung gegeben werden.
Als direkte Reaktion auf den Ölpreisschub 1973/74 wurde von einer Reihe industrieller Verbraucherländer das Internationale Energieprogramm (IEP) aufgestellt. Das Programm wurde am 18. November 1974 in Kraft gesetzt und wird von der in Paris im Rahmen der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) gegründeten „Internationalen Energieagentur“ (IEA) koordiniert. Dem Abkommen haben sich inzwischen 26 Staaten (USA, Kanada, Japan, Neuseeland, Australien, Schweiz, Türkei, Norwegen, Ungarn, Tschechien, Korea (Süd) sowie die EU-Staaten) angeschlossen. Voraussetzungen für eine Aufnahme sind:
die Bevorratungspflicht des IEP (90 Tage) zumindest programmatisch zu erfüllen,
die Schaffung eines politischen Instrumentariums, das zur Öl- (Energie-) Nachfragedämpfung geeignet ist.
Die Ziele des IEP sind im Einzelnen:
Einrichtung eines gemeinsamen (siehe auch) Krisenmechanismus zur Begegnung möglicher künftiger Versorgungskrisen (gemeinsames Ölverteilungssystem),
der Aufbau und die Aktualisierung eines (siehe auch) Informationssystems unter Mitarbeit der Mineralölindustrie, das sowohl das einwandfreie Funktionieren des Krisensystems garantiert als auch umfassende Auskünfte über die Aktivitäten der Ölgesellschaften geben soll,
die Entwicklung guter Beziehungen zwischen Erdölförder- und Verbraucherländern sowie der Verbraucherländer untereinander mit dem Ziel einer kooperativen Zusammenarbeit.
Katalysatoren sind Materialien, die den Ablauf chemischer Reaktionen beschleunigen, ohne sich dabei selbst zu verändern. In der Mineralölindustrie werden Katalysatoren beim (siehe auch) Reformieren (Anhebung der (siehe auch) Oktanzahl von Benzin), bei der (siehe auch) Entschwefelung von Mineralölprodukten, beim (siehe auch) Cracken, bei der Schmierölraffination und bei der Schwefelgewinnung verwendet. Für die genannten Verfahren sind Katalysatoren mit ganz bestimmten Eigenschaften erforderlich. Die Eigenschaften eines Katalysators werden durch seine Zusammensetzung bestimmt; häufig ist es ein Metall auf einem Tonerde-Trägermaterial (Platin beim Reformieren, Kobalt, Molybdän oder Nickel beim Entschwefeln und Eisen bei der Schwefelgewinnung). (siehe auch Abgaskatalysator)
Kavernen sind natürliche oder künstlich geschaffene unterirdische Hohlräume zur Lagerung von Rohöl und Mineralölprodukten. In der Bundesrepublik Deutschland wird ein Großteil der Pflichtvorräte (siehe auch Bevorratung), überwiegend Rohöl, in solchen Kavernen gelagert. Sie werden daher fast ausschließlich vom Erdölbevorratungsverband (EBV) bzw. vom Bund betrieben. Kavernen bieten im Vergleich zu oberirdischen Lagermöglichkeiten mehrere Vorteile. Für sie benötigt man an der Erdoberfläche keinen Raum. Sie sind nahezu unsichtbar und beeinträchtigen das Landschaftsbild nicht. Zudem sind die Investitionen für Kavernen, bezogen auf den Kubikmeter Lagerraum, mehr als zwei Drittel niedriger als z. B. für oberirdische Stahltanks. Nachteil ist, dass nicht jeder Untergrund auf Dauer Flüssigkeitsdichtigkeit garantieren kann und so für das Anlegen von Kavernen geeignet ist. 1995 gab es in der Bundesrepublik Deutschland rund 30 Millionen Kubikmeter Lagerraum in Kavernen. Die wichtigsten Lager in der Bundesrepublik Deutschland sind:
NWKG (EBV), Rüstringen ca. 6,9 Mio. m3
Industrie-Verwaltungsgesellschaft (IVG), Etzel ca. 12,7 Mio. m3
NWKG (EBV), Sottorf ca. 1,7 Mio. m3
Wintershall AG, Hülsen ca. 0,5 Mio. m3
VSG (Wintershall AG), Blexen ca. 1,3 Mio. m3
NWKG (EBV), Lesum ca. 1,5 Mio. m3
NWKG (EBV), Heide ca. 1,6 Mio. m3
VEBA OEL AG, Epe ca. 2,9 Mio. m3
Mineralölverbundleitung GmbH, Teutschenthal ca. 0,4 Mio. m3
Als „Treibhauseffekt“ wird die Eigenschaft der Atmosphäre bezeichnet, einen Teil der von der Sonne eingestrahlten Wärme zurückzuhalten (Isolier-Effekt). Ursächlich dafür sind der Wasserdampf und die Spurengase Kohlendioxid (CO2) und Methan. Der natürliche, d. h. der nicht durch den Menschen verursachte Treibhauseffekt macht die Erde überhaupt bewohnbar, ohne ihn läge die Mitteltemperatur an der Erdoberfläche statt bei +15 °C bei –19 °C. Der Anstieg der CO2-Konzentration seit etwa 150 Jahren durch den zunehmenden Verbrauch fossiler Brennstoffe (Kohle, Öl, Erdgas) sowie durch das Roden vor allem der tropischen Regenwälder und die Zunahme der Konzentration von Methan und Fluorchlorkohlenwasserstoffen haben bewirkt, dass Atmosphärenphysik und Klimaforschung einen Anstieg der mittleren Temperatur an der Erdoberfläche prognostizieren. Damit werden erhebliche negative Folgen für die Bewohnbarkeit der Erde verbunden. Internationale und nationale Überlegungen und Forderungen zur Begrenzung der Emission dieser Spurenstoffe sind angelaufen (Toronto 1988, Genf 1990, Rio de Janeiro 1992, Berlin 1995; Kyoto 1997, Berichte der Enquète-Kommission „Schutz der Erdatmosphäre“ des Deutschen Bundestages).
Das „kleine“ Kohlefilter ist ein mit Aktivkohle befüllter Behälter in Pkw mit Abgaskatalysator nach US-Norm, der die im Stand austretenden Benzindämpfe aus Tank oder Vergaser festhält. Während der Fahrt werden die Dämpfe mit der Ansaugluft in den Motor gespült. Das „große“ Kohlefilter kann zusätzlich die beim Tanken aus dem Einfüllstutzen austretenden Benzindämpfe aufnehmen. Der Wirkungsgrad liegt weit über 95 %. In den USA ist die Einführung von 1998 an verbindlich vorgeschrieben.
Kohlenwasserstoffe sind aus den chemischen Elementen Kohlenstoff (Symbol C) und Wasserstoff (Symbol H) aufgebaute chemische Verbindungen. Aus C-Atomen können sich lange Ketten oder verzweigte oder ringförmige Strukturen bilden. Die Kohlenwasserstoffe kommen immer als Gemische vor (siehe auch Kohlenwasserstoffgemisch) und müssen mit chemischen oder physikalischen Methoden in Gruppen oder Einzelverbindungen aufgespaltet werden.
Gemisch von (siehe auch) Kohlenwasserstoffen. Mineralölprodukte sind immer Kohlenwasserstoffgemische. Dieser Begriff findet insbesondere im (siehe auch) Gefahrguttransport Verwendung für solche Stoffe, die in den Vorschriften nicht namentlich genannt sind (z. B. Petroleum). Kohlenwasserstoffgemische wie z. B. Benzin, Dieselkraftstoff oder Kerosin sind unter dieser Bezeichnung zusammen mit einer bei der UNO registrierten Nummer (z. B. 1203 Benzin) zum Transport als Gefahrgut zugelassen.
Verbrennungsprodukt des Kohlenstoffs, chemisches Zeichen CO2. Kohlendioxid entsteht u.a. bei der Verbrennung von allen herkömmlichen Brennstoffen (außer Wasserstoff). CO2 ist Grundnahrungsmittel für Pflanzen. Eine geringe Konzentration in der Atmosphäre ist Voraussetzung für das Leben überhaupt. In letzter Zeit wird es als eine der Ursachen des zunehmenden „Treibhauseffekts“ genannt (siehe auch Klimaveränderung).
Die zur Sicherung der Verwendung von Gemeinschaftskohle in der Elektrizitätswirtschaft früher erhobene Ausgleichsabgabe wurde im allgemeinen Sprachgebrauch „Kohlepfennig“ genannt; sie hatte ihre gesetzliche Grundlage im Dritten (siehe auch) Verstromungsgesetz. Laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Oktober 1994 ist diese Abgabe verfassungswidrig und ist ab 1. Januar 1996 entfallen. Sie diente dem Zweck, die Mehrkosten, die den Elektrizitätsversorgungsunternehmen entstehen, wenn sie die im Vergleich zu anderen Primärenergiearten teurere EU-Steinkohle verstromen, nicht mehr – wie ursprünglich – aus dem Staatshaushalt zu bestreiten, sondern die Stromverbraucher damit zu belasten. Das Abgabenaufkommen wurde in den vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verwalteten Ausgleichsfonds eingezahlt, aus dem die Finanzierung der aus dem Verstromungsgesetz resultierenden Verpflichtungen erfolgte. So wurde den Stromerzeugern für die durch den Steinkohleneinsatz entstehenden höheren Kosten ein Ausgleich insbesondere für Zusatzmengen (Verbilligung auf Importkohlenpreis), höhere Investitionsaufwendungen (Ende 1989 ausgelaufen) und die Wärmepreisdifferenz (Ölausgleich) gezahlt. Aufgrund des hohen Ölpreisniveaus hat in den Jahren 1983 bis 1985 der Ausgleich der Wärmepreisdifferenz keine nennenswerte Rolle mehr gespielt. Mit dem Ölpreisverfall im Jahre 1986 hatte die Wärmepreisdifferenz allerdings wieder erheblich zugenommen. Der Prozentsatz der Ausgleichsabgabe, der sich 1986 auf 4,5% der Erlöse aus Stromlieferungen an Endverbraucher belief, musste auf eine Größenordnung von 7 bis 8 % angehoben werden.
Rohöl wird bei der Verarbeitung (siehe auch Raffinerieverfahren) durch Destillation in (siehe auch) „Fraktionen“ (Gase, Benzine, Petroleum, Mitteldestillat, Rückstand) aufgetrennt, die je nach Rohölprovenienzen verschiedene Eigenschaften haben. Ebenso werden die Reaktionsprodukte beim (siehe auch) Cracken und Reformieren sowie bei der Entschwefelung in Anteile mit verschiedenen Siedebereichen aufgeteilt. Die Fraktionen, die im Siedebereich der Fertigprodukte liegen, aber unterschiedliche Eigenschaften (z. B. Schwefelgehalt, Klopffestigkeit) besitzen, werden als Komponenten zur Einstellung und Optimierung der angestrebten Qualität der Fertigprodukte miteinander vermischt („geblendet“). Als Komponenten gelten auch sauerstoffhaltige Verbindungen wie (siehe auch) Methanol, (siehe auch) Ethanol oder (siehe auch) MTBE. Die Abgrenzung zu (siehe auch) Additiven ergibt sich daraus, dass Komponenten neben ihrem Einfluss auf die Qualität durch ihren Energiegehalt zum Gesamtenergieaufkommen des Kraft- oder des Brennstoffes beitragen, Additive dagegen nur auf die Qualität wirken. Diese rein technische Definition findet bei der Verwendung in der Statistik eine Erweiterung. Hier werden unter Komponenten der verschiedenen Destillationsstufen (leicht, mittel, schwer) auch Halbfabrikate und Produkte verstanden, die noch nicht den Marktspezifikationen entsprechen, also dem Endprodukt noch nicht zugerechnet sind. Selbst ein fertiges (siehe auch) Gasöl, über dessen Verwendung als Heizöl leicht oder Dieselkraftstoff nicht entschieden ist, wird in der Statistik den Mitteldestillat-Komponenten zugerechnet.
(siehe auch Cracken) In Konversionsanlagen werden durch Umbau der Kohlenwasserstoffmoleküle aus schweren Produkten leichtere hergestellt, so z. B. aus Heizölen Benzine, aus Benzinen Gase. Raffinerien benötigen Konversionsanlagen immer dann, wenn die Zusammensetzung der Marktnachfrage sich wesentlich von der natürlichen Zusammensetzung der verarbeiteten Rohöle unterscheidet (siehe auch Kuppelproduktion). Dies ist in Deutschland der Fall. Da ohne Konversionsanlagen die optimale Bedarfsdeckung aus heimischen Raffinerien zu einem nicht absetzbaren Überschuss an schwerem Heizöl (siehe auch Verstromungsgesetze) führen würde, muss dieser Mengenüberschuss entsprechend der Nachfrage in leichtere Produkte umgewandelt werden.
Zum Verbraucherschutz hat die Bundesregierung eine Kennzeichnung der Kraftstoffqualität an den Zapfsäulen der Tankstellen mit DIN-Plaketten vorgeschrieben: Weiß mit schwarzer Schrift „Bleifrei“ und „Autogas“ und mit grau gerastertem Untergrund für Dieselkraftstoff. Damit sind die europäischen Normen für die Kraftstoffqualität DIN EN 228, DIN EN 590 und DIN EN 589 verbindlich eingeführt worden. Die Verordnung verpflichtet außerdem Kraftfahrzeughersteller und -importeure, für ihre Fahrzeuge die erforderlichen Kraftstoffqualitäten bekannt zu geben. Die Kraftstoffqualitätsverordnung (Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraftstoffen – 10. BImSchV, die Anfang 1994 in Kraft getreten ist) hat die frühere Benzinqualitätsverordnung abgelöst. Mit der letzten Änderung der Kraftstoffqualitätsverordnung wurden 1999 die Vorgaben der europäischen Kraftstoffrichtlinie auch für die deutschen Kraftstoffe verbindlich festgeschrieben sowie die Bezeichnungen „schwefelarm“ für Kraftstoffe mit weniger als 50 mg Schwefel je kg Kraftstoff bzw. „schwefelfrei“ für solche mit weniger als 10 mg/kg verbindlich gemacht.
KWK bezeichnet die gleichzeitige Gewinnung von Strom und Wärme in einer Anlage. Die Wärme wird entweder zu Heizzwecken (Fernwärme) oder in Produktionsprozessen (Prozesswärme) genutzt.
Kurzform für das Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen. Dieses im Oktober 1994 verkündete Gesetz trat am 7. Oktober 1996 endgültig in Kraft und löste das bisherige Abfallgesetz von 1986 ab. Ab dem 7. Oktober 1996 gilt somit ein vollständig neu formuliertes Abfallrecht in Deutschland. Die Abfallvermeidung bleibt das oberste Ziel der Abfallwirtschaft; daneben werden die Anforderungen an die Produktverantwortung für die Wirtschaft erweitert und präzisiert. Gestärkt wird durch dieses Gesetz die Eigenverantwortung der Wirtschaft für die Vermeidung, Verwertung und Entsorgung von Abfällen aus Produktion und Konsum.
Der Krisenmechanismus der IEA (siehe auch Internationale Energieagentur) basiert auf dem Internationalen Energieprogramm (IEP), das die Grundlage gemeinsamer Bevorratungspflicht, harmonisierter Verbrauchseinsparungsmaßnahmen im Krisenfall und der Verpflichtung zum gerechten Ausgleich bei unterschiedlichen Versorgungslagen in einzelnen Mitgliedsländern darstellt. Ausgelöst wird der IEA-Krisenmechanismus (Trigger) bei einer Unterversorgung eines oder mehrerer Mitgliedsländer um mindestens 7 %. Getragen wird er von den wichtigsten internationalen Ölgesellschaften und den nationalen Krisenorganisationen (siehe auch NESO). Gemäß IEP wird im Krisenfall das verfügbare Öl aus den noch verbleibenden Importen und aus heimischer Förderung der Mitgliedstaaten der IEA in ein gemeinsames Ölverteilungssystem eingebracht, aus dem die Mitgliedsländer gemäß historischer Verbrauchsanteile bedient werden (Zuteilungsrecht). Ausgenommen sind hiervon die Bestände, die von jedem Land selbst eingesetzt werden. Grundsätzlich entscheidet aber der Governing Board, der sich aus den Fachministern der Mitgliedsländer zusammensetzt, über den Umfang der einzuleitenden Maßnahmen. Darüber hinaus hat der Governing Board 1984 einen Beschluss gefasst, der den Einsatz bestimmter Maßnahmen auch unterhalb der 7%-Triggerschwelle vorsieht. Dieser Krisenvorsorge-Maßnahmenkatalog wird heute als (siehe auch) CERM (Coordinated Emergency Response Measures) bezeichnet und gewinnt auf Betreiben der USA zunehmend an Bedeutung. Er sieht keine Umverteilung des Ölaufkommens vor wie der klassische Krisenmechanismus.
Herstellungsverfahren, bei denen mit technischer Zwangsläufigkeit gleichzeitig mehrere Produkte anfallen, deren Absatz und Erlöse Produktionshöhe und Preis des gewünschten Produktes mit beeinflussen. Für die Mineralölverarbeitung ist die Kuppelproduktion typisch. Da Rohöl ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen ist, fallen bei seiner Verarbeitung zwangsläufig gleichzeitig mehrere Produkte an wie z. B. Benzine, Mitteldestillate, schweres Heizöl. So ergibt eine Tonne Rohöl durchschnittlich etwa 200 kg Benzin, 350 kg Mitteldestillate und 400 kg schweres Heizöl und Bitumen. Da Raffinerien diese Produktionsskala ohne (zeitaufwendigen) Aufbau neuer Anlagen nur in engen Grenzen verändern können (siehe auch Konversionsanlagen), muss die Mineralölindustrie die saisonalen Unterschiede zwischen Produktion und Bedarf durch Lagerhaltung ausgleichen. Kennzeichnend für eine Kuppelproduktion ist, dass die Zurechnung von Verarbeitungskosten auf einzelne Produkte nicht möglich ist. Eine Preiskalkulation für ein einzelnes Produkt, die von den Kosten für dieses Produkt ausgeht, kann daher nur willkürlich vorgenommen werden. Die Mineralölwirtschaft muss mit den Erlösen aller Mineralölerzeugnisse die gesamten Versorgungs-, Produktions-, Vertriebs- und Verwaltungskosten (einschließlich der angemessenen Verzinsung des investierten Kapitals) decken.
Jeden Mittwoch (16:30 Uhr MEZ) veröffentlicht das Department of Energy (DoE) die wöchentlichen Lagerbestände von Rohöl, Benzin und Destillate wie Heizöl und Diesel. Dabei sind die Bestände in verschiedene, sogenannte PADD-Distrikte (Petroleum Administration for Defense District), unterteilt:
PAD District I (East Coast) ist in drei Sub-Distrikte aufgeteilt: - Subdistrict A (New England): Connecticut, Maine, Massachusetts, New Hampshire, Rhode Island, and Vermont. - Subdistrict B (Central Atlantic): Delaware, District of Columbia, Maryland, New Jersey, New York, and Pennsylvania. - Subdistrict C (Lower Atlantic): Florida, Georgia, North Carolina, South Carolina, Virginia, and West Virginia.
PAD District II (Midwest): Illinois, Indiana, Iowa, Kansas, Kentucky, Michigan, Minnesota, Missouri, Nebraska, North Dakota, South Dakota, Ohio, Oklahoma, Tennessee, and Wisconsin.
PAD District III (Gulf Coast): Alabama, Arkansas, Louisiana, Mississippi, and New Mexico, and Texas.
PAD District IV (Rocky Mountain): Colorado Idaho, Montana, Utah, and Wyoming.
PAD District V (West Coast): Alaska, Arizona, California, Hawaii, Nevada, Oregon, and Washington.
Leckanzeigegeräte sind Einrichtungen an Behältern und Rohrleitungen für Wasser gefährdende Flüssigkeiten zur Überwachung der Wandungen und Tankböden auf Undichtigkeiten. Sie zeigen Leckagen z. B. aufgrund von Rissen oder Korrosionen selbsttätig an und versetzen den Betreiber in die Lage, unverzüglich Schutzvorkehrungen gegen das Auslaufen des Lager- oder Transportgutes zu treffen.
LNG ist die Abkürzung für verflüssigtes Erdgas. Da der Erdgastransport von weit entfernten Lagerstätten durch Pipelines schwierig oder unwirtschaftlich sein kann, verflüssigt man das Erdgas durch Abkühlung auf ca. minus 162 °C und verkleinert dadurch das Volumen gegenüber dem gasförmigen Zustand auf den 600sten Teil. Dieses LNG wird in Flüssig-Erdgas-Schiffen zu den Verbraucherländern transportiert, um dort wieder verdampft zu werden.
Load-on-Top (LOT) ist ein Verfahren für Tanker, das beim Reinigen der Tanks anfallende Öl in einer Tankkammer zu sammeln und der neu übernommenen Ladung zuzuführen.
Wasser als verbreitetes Lösungsmittel ist nicht für alle Fälle geeignet, in denen Stoffe vor ihrer Anwendung in einen flüssigen Zustand überführt werden müssen. Fett- und harzhaltige Substanzen z. B. lösen sich nicht im Wasser. Mineralölprodukte sind als Lösungsmittel weit verbreitet. Wegen der Vielzahl der im Rohöl enthaltenen Verbindungen lassen sie sich gezielt für viele Anwendungen zurechtschneiden und raffinieren. Lösungsmittel sind außerdem Alkohole (Methanol, Brennspiritus) und Naturprodukte (Terpentin).
Bei der Verwendung von Methanol zum Strecken der Vorräte an Benzin auf Mineralölbasis kann durch Ansammlung von Wasser eine Entmischung auftreten. Diese Entmischung, die bei der Lagerung Umweltschäden und im Kfz Motorschäden hervorrufen kann, wird durch ausreichende Zugabe von Lösungsvermittlern verhindert. Hierfür kommen im Allgemeinen Isopropanol und andere höhere Alkohole in Frage.
Logistik ist ein aus dem Militärischen entlehnter Begriff (Ursprung: französisch), der inzwischen auch in der Wirtschaft verbreitet Anwendung findet. Er umfasst die materielle Versorgung, die Lagerhaltung sowie das Transport- und Verkehrswesen.
MARPOL (Marine Pollution) ist die Kurzform des Internationalen Übereinkommens von 1973 zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe in der Fassung des Protokolls von 1978. In dem Übereinkommen werden sowohl für Öl- als auch für Chemikalientanker umfangreiche Regeln zur Verhütung einer Verschmutzung der Meeresumwelt aufgestellt. Daneben sind Regelungen für Schiffsabwasser und Schiffsmüll vorgesehen. Darüber hinaus verpflichtet MARPOL, in den Häfen Auffanganlagen für Öl- und Chemikalienreste vorzuhalten.
Methanol (Methylalkohol, Siedepunkt 65 °C) ist der vom chemischen Aufbau her einfachste Alkohol und nicht zu verwechseln mit dem „Trinkalkohol“ (Ethanol). Methanol ist giftig. Nach heutigem Stand der Technik kann Methanol aus einer ganzen Reihe von Rohstoffen hergestellt werden: aus schweren Ölrückständen, aus Erdgas, aus Braunkohle und Steinkohle, aus Holz und kohlestoffhaltigen Abfällen. Bisher wurde Methanol fast ausschließlich in der chemischen Industrie eingesetzt. Nur für Spezialzwecke, z. B. im Rennsport, wurden die guten motorischen Grundeigenschaften des Methanols genutzt (hohe siehe auch Oktanzahl). In einem Gemeinschaftsprojekt „Alternative Energien für den Straßenverkehr“ des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) und der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle (DGMK) wurde die Verwendung von Methanol als Kraftstoff (im direkten Einsatz, M 100 und als Benzin-Methanol-Mischkraftstoff, M 15 oder M 3) untersucht und dokumentiert.
Als Mineralöl werden aus Erdöl (Rohöl) hergestellte Energieträger (Kraftstoffe, Brennstoffe) oder Schmierstoffe (Öle und Fette) bezeichnet. Die Bezeichnung „Mineral Oil“ in englischsprachigen Texten bezeichnet eine besonders sorgfältig ausraffinierte Schmierölfraktion (Weißöl), allerdings verwendet das Übersetzungsbüro der Europäischen Kommission „Mineral Oil“ auch für „Mineralöl“.
Der Mineralölmarkt in der Bundesrepublik Deutschland setzt sich aus einer Reihe von Einzelmärkten zusammen, die im Allgemeinen nach den verschiedenen Mineralölprodukten unterschieden werden. Diese Einzelmärkte weisen keine einheitliche Angebotsund Nachfragestruktur auf und sind durch unterschiedliche Preisbestimmungsfaktoren gekennzeichnet. Auf dem Tankstellenmarkt für Otto- und Dieselkraftstoff gab es Anfang 2001 rund 16300 Tankstellen, die etwa 400 Unternehmen verbunden sind oder diesen gehören, angefangen von den Tochterfirmen internationaler Ölgesellschaften über die nationalen Ölunternehmen, Supermärkte, Waren- und Versandhäuser bis hin zu kleineren Firmen mit nur wenigen Tankstellen. Die Versorgungsgrundlagen all dieser Firmen sind sehr unterschiedlich. Auf dem Markt für leichtes Heizöl stehen etwa 5000 Handelsfirmen im Wettbewerb untereinander und gegen Erdgas, Fernwärme und Strom. Die Heizölhandelsfirmen sind teils mit den in Deutschland tätigen Raffineriegesellschaften vertraglich verbunden, versorgen sich teils aber auch über den Groß- und Importhandel selbst. Im Gesamtverband des deutschen Brennstoff- und Mineralölhandels (gdbm) ist der weitaus größte Teil der Unternehmen organisiert. Im Außenhandelsverband für Mineralöl (AFM), im Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler (BFT) und im Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen (UNITI) sind etwa 500 Firmen zusammengeschlossen. Für Schmierstoffe gibt es in Deutschland rund 40 Hersteller und etwa 700 Lieferfirmen, die auf diesem Markt für hoch spezialisierte Produkte miteinander konkurrieren. Geringer ist die Zahl der Anbieter und Abnehmer auf dem Markt für schweres Heizöl, auf dem sich die inländischen Raffineriegesellschaften sowie einige Importeure und die Unternehmen der Industrie und der Energiewirtschaft im Wettbewerb gegenüberstehen. Außerdem konkurrieren die Anbieter von schwerem Heizöl mit Anbietern anderer Energieträger wie Kohle und Erdgas (siehe auch Primärenergieverbrauch, Energieprogramm, Substitution).
Mineralöltransporte (siehe auch Logistik) erfolgen in (siehe auch) Pipelines, Straßentankfahrzeugen, Eisenbahnkesselwagen, Hochseetankern (siehe auch Tankercharter) und/oder Binnentankschiffen nach international abgestimmten Bau- und Betriebsvorschriften (siehe auch Gefahrguttransport). Als Transporteure sind außer der staatlichen Eisenbahn in der Regel freie Unternehmen tätig, die den Mineralölfirmen ihre Dienste anbieten. Außer im Werkverkehr mit eigenen Fahrzeugen für eigene Zwecke wurden alle Beförderungen in Deutschland bis zur Verkehrsmarktliberalisierung 1994 im Rahmen der Vollendung des EU-innenmarktes nach staatlich genehmigten Tarifen abgerechnet und danach frei im Markt vereinbart.
Mitteldestillate sind Mineralölprodukte, die bei der Rohöldestillation im „mittleren“ Siedebereich (180 °C bis 360 °C) gewonnen werden. Zu ihnen gehören vor allem leichtes (siehe auch) Heizöl und (siehe auch) Dieselkraftstoff, aber auch (siehe auch) Flugturbinenkraftstoff und (siehe auch) Petroleum.
MTBE wird aus Methan und Isobuten hergestellt. MTBE ist sehr klopffest und wird als Kraftstoffkomponente verwendet. Durch seinen sehr intensiven Geruch und Geschmack wird es bereits in geringsten Konzentrationen wahrgenommen. In mehreren Bundesstaaten der USA wird die Nutzung von MTBE untersagt, weil mehrere Trinkwasserquellen wegen MTBE aus undichten Kraftstofftanks unbrauchbar wurden. In Deutschland sind – im Unterschied zu den USA – nahezu alle Tankstellen mit doppelwandigen Tanks ausgerüstet worden, so dass (wie das Umweltbundesamt in Berlin bestätigt) keine Gefährdung des Grundwassers zu befürchten ist. ETBE, Ethyltertiärbutylether, enthält Ethanol statt Methanol und hat dem MTBE ähnliche Eigenschaften.
Als multinationale Ölkonzerne werden jene privaten oder staatlichen Unternehmen bezeichnet, die weltweit im Mineralölgeschäft tätig sind. Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbereichen ist die Internationalität in der Mineralölindustrie aufgrund der getrennten geographischen Lage der Erdölfelder- und Verbrauchszentren entstanden. Da die Rohstoffquellen und die Mineralölmärkte meist durch Tausende von Kilometern voneinander entfernt sind und die Märkte in den verschiedenen Ländern zudem unterschiedliche Nachfragestrukturen aufweisen, waren die Ölgesellschaften schon sehr früh zu einer internationalen Arbeitsweise gezwungen. Die bedeutendsten privaten und staatlichen multinationalen Ölgesellschaften sind:
Das Ziel dieses zwischen Bundeswirtschaftsministerium und Mineralölindustrie auf freiwilliger Basis vereinbarten Systems ist eine Verbesserung der Information der Bundesregierung über den deutschen Ölmarkt. Das System besteht im wesentlichen aus zwei Teilen:
Den Monatsmeldungen über die Preise der wichtigsten Mineralölprodukte auf dem Inlandsmarkt (Verbraucher-, Großhandels-, Ab-Raffinerie-Preise);
den Halbjahresmeldungen (bis 1985 Quartalsmeldungen) über Rohöl- und Produktenimportpreise, die wesentlichen Kostenelemente im Bereich Verarbeitung und Vertrieb, die Nettoerlöse nach Hauptprodukten, die Ergebnisrechnung und die Absatzstruktur der Mineralölindustrie.
Seit 1974 hat dieses System in konstruktiver Zusammenarbeit zwischen dem Bundeswirtschaftsministerium und der Mineralölindustrie eine permanente Anpassung an die sich wandelnden Erfordernisse erfahren. Dabei richteten sich die Bemühungen stets darauf, die Datenerfassung im nationalen und internationalen Bereich zu harmonisieren, neu geschaffene Systeme internationaler Institutionen zu integrieren oder im Stadium der Entwicklung auf den Aufbau neuer Datensysteme dahingehend Einfluss zu nehmen, dass sie möglichst über das bestehende Instrumentarium abgedeckt werden können.
National Emergency Sharing Organization Während der (siehe auch) Krisenmechanismus der IEA für die gleichmäßige Verteilung der verfügbaren Ölmengen unter den einzelnen Mitgliedsländern der IEA sorgt, ist es die Aufgabe der nationalen Krisenorganisationen, der NESOs, bei der gleichmäßigen Verteilung der – aufgrund des von der IEA ermittelten Versorgungsanspruchs – zur Verfügung stehenden Aufkommensmengen den an Produktion und Import beteiligten Mineralölgesellschaften und -händlern des jeweiligen Landes zu assistieren. Die Ausgestaltung und der Aufbau der nationalen Krisenorganisation ist Angelegenheit des jeweiligen Mitgliedslandes. In Deutschland gehören der NESO das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), der Erdölbevorratungsverband (EBV) und eine operative Gruppe aus Vertretern der Mineralölwirtschaft, die Koordinierungsgruppe Versorgung (KGV), an.
Bezeichnung für Rohölverträge, bei denen der Rohölpreis nachträglich auf der Basis der Preise für die aus dem Rohöl hergestellten Produkte abzüglich einer Raffineriemarge und der Transportkosten ermittelt wird.
Ordnungsinstrument des technisch-wirtschaftlichen Lebens und integrierender Bestandteil der Wirtschafts- und Rechtsordnungen. Nach Vollendung des EU-Binnenmarktes wird es keine nationalen Normen mehr geben. Für eine Übergangszeit sind sie notifizierungspflichtig und auf diesem Wege auf eventuelle Handelshemmnisse zu überprüfen. In Deutschland ist das DIN Deutsches Institut für Normung mit Sitz in Berlin für die Normung zuständig. Es verwaltet das deutsche Normenwerk (DIN-Normen). Für Mineralölnormen ist der Fachausschuss Mineralöl- und Brennstoffnormung (FAM) zuständig (siehe auch DIN-Normen für Mineralöl). EN ist das Zeichen für europäische Normen, herausgegeben vom Europäischen Komitee für Normung CEN (Comité Européen de Normalisation), ISO das Zeichen für weltweit geltende Normen und die Vereinigung nationaler Normungsinstitute (International Organization for Standardisation) Alle EN- oder ISO-Normen werden aufgrund vertraglicher Regelungen in Deutschland unverändert als DIN EN- bzw. DIN ISO-Normen herausgegeben.
Organization of Arab Petroleum Exporting Countries Die OAPEC wurde im Januar 1968 gegründet und hat ihren Geschäftssitz in Kuwait. Wesentliches Ziel der Gemeinschaft ist die Koordination der arabischen Ölpolitik. Auf diese Staatengruppe entfallen rund 60 % der Welt- (siehe auch) Ölreserven. Mitglieder:
Arabische Emirate
Libyen
Ägypten
Katar
Algerien
Saudi-Arabien
Bahrein
Syrien
Irak
Tunesien (Mitgliedschaft ruht seit 1987)
Die OAPEC wird häufig mit der (siehe auch) OPEC verwechselt, weil zahlreiche Länder in beiden Organisationen vertreten sind.
Nach dem Ölhaftungsübereinkommen von 1969 in der Fassung des Änderungsprotokolls von 1992 haftet der Eigentümer eines Seeschiffes, das Öl als Bulkladung befördert, unabhängig von einem Verschulden für Verschmutzungsschäden, die durch ausfließendes Öl verursacht werden. Die Haftung kann auf einen Höchstbetrag beschränkt werden, der von der Größe des Tankers abhängt. Der Schiffseigentümer hat zusätzlich eine Haftpflichtversicherung in Höhe des für sein Schiff geltenden Haftungshöchstbetrages abzuschließen. Eine weiter gehende Entschädigung erfolgt im Rahmen des (siehe auch) Fondsübereinkommens.
Die Ölpreisbindung ist nicht gesetzlich verankert, sondern eine internationale brancheninterne Vereinbarung zwischen ausländischen Produzenten und deutschen Importeuren. Sie setzt sich fort über alle Versorgungsstufen vom Produzenten, über die Importeure, Ferngasgesellschaften und Gasversorgungsunternehmen bis zu den Endverbrauchern.
Bei der Gestaltung der Preisbindung gibt es die verschiedenensten Varianten: Bindung an Rohölsorten, Bindung an Ölprodukte (Heizöl, Schweröl), Definition der Referenzpreise (Statistisches Bundesamt/Wiesbaden, Rotterdam, ..).
In der Regel hat Erdgas gegenüber Öl eine um 3-6 Monate verzögerte Preisentwicklung. Die Preisanpassungen erfolgen dabei in einem quartalweisen oder halbjährlichen Rhythmus.
Am weltweiten Wärmemarkt ist Heizöl die wichtigste Konkurrenzenergie zum Erdgas. Großverbraucher in der chemischen Industrie und in der Energiewirtschaft sind häufig mit Anlagen ausgestattet, in denen wahlweise beide Energieträger eingesetzt werden können. Auch bei Neuinvestitionen in der Energieerzeugung stehen beide Energieträger in direktem Wettbewerb. Aus Wettbewerbsgründen orientiert sich daher der Gaspreis dauerhaft am Heizölpreis.
Die Ölpreisbindung wurde in den 1960er Jahren eingeführt und diente insbesondere der Sicherung von Investitionen im Bereich der Förderung und Leitung von Erdgas: Weil für die Gewinnung und den Transport von Erdgas große Investitionen erforderlich waren, haben die Produzenten mit den vermarktenden Gasversorgungsunternehmen (GVU) langjährige Verträge abgeschlossen, die auch zur Besicherung der Investitions-Finanzierung herangezogen werden. Im Gegensatz zum Erdöl gibt es daher für Erdgas keinen Markt, an dem frei verfügbare Mengen zu Marktpreisen gehandelt werden.
In der Regel trägt das Mengen-Risiko das vertreibende GVU, es muss das vereinbarte Erdgas jedenfalls beziehen bzw. bezahlen (Take-or-Pay-Verträge). Das Preis-Risiko liegt - im Wege der Ölpreisbindung - beim Produzenten: Nachdem Erdgas in Substitutionskonkurrenz zu Öl steht, bekommt der Produzent den Preis bezahlt, der am Markt erzielbar ist.
In fast allen langfristigen Erdgas-Lieferverträgen findet sich deshalb eine Ölpreisbindung. Eine neue Entwicklung - hin in Richtung eines eigenständigen Marktpreises - könnte sich aber aus der immer stärker und flexibler werdende Marktentwicklung für Flüssigerdgas(LNG) ergeben.
Bei der Klassifizierung der Ölreserven unterscheidet man mögliche, wahrscheinliche und nachgewiesene Reserven. Die möglichen Reserven umfassen alles Öl, das auf der Erde vorhanden sein könnte. Über ihren Umfang gibt es unterschiedliche Schätzungen, die zwischen 450 und 2600 Milliarden Tonnen liegen. Die wahrscheinlichen Reserven umfassen die Ölmenge, die durch Fundbohrungen bereits in Lagerstätten festgestellt ist und die man unter den jeweiligen technischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten mindestens zur Hälfte glaubt fördern zu können. Als nachgewiesene oder bestätigte Reserven bezeichnet man das Öl, das nicht nur durch erste Fundbohrungen festgestellt ist, sondern auch mit der jeweils vorhandenen Technik und zu dem jeweils herrschenden Preisniveau mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tatsächlich aus den Lagerstätten gefördert werden kann. Diese nachgewiesenen Erdölreserven beliefen sich Anfang 2001 auf rund 140 Milliarden Tonnen. Zu den Reserven an konventionellem Erdöl kommt noch das Erdöl hinzu, das in Ölschiefer und bituminösen Sanden enthalten ist. Die nachgewiesenen Reserven an gewinnbarem Öl in diesen Vorkommen dürften etwa 80 Milliarden Tonnen betragen. Darüber hinaus dürften noch Vorkommen in Höhe von 370 Milliarden Tonnen vorhanden sein.
Als Folge von Unfällen belasten Ölverschmutzungen die Umwelt. Technische und organisatorische Vorbeugemaßnahmen (z. B. Verordnung über brennbare Flüssigkeiten, Technische Regeln für brennbare Flüssigkeiten, Verordnung über die Lagerung Wasser gefährdender Flüssigkeiten) bei Verarbeitung, Transport und Lagerung stellen jedoch sicher, dass die Zahl nicht zu vermeidender Schadensfälle gering gehalten wird. Um die Auswirkungen solcher Unfälle soweit wie möglich zu begrenzen, werden zudem die Erfahrungen der Fachleute aus Behörden, Wissenschaft und Mineralölindustrie in einem Beirat beim Bundesministerium des Innern zusammengefasst. Tankerunfälle können Küstenregionen gefährden und das Leben von Seevögeln und Meeresbewohnern bedrohen. Ölgesellschaften, Reedereien und Regierungen verbessern daher seit Jahren die organisatorischen Möglichkeiten zur Vermeidung solcher Unfälle. Wegen der langwierigen und schwierigen internationalen Verhandlungen sind die Probleme zwar erkannt, aber noch nicht alle gelöst. Zur Abdeckung der durch Tankerunfälle verursachten Kosten stehen aus privaten und öffentlichen Fonds erhebliche Mittel zur Verfügung (siehe auch CRISTAL, TOVALOP, Fondsübereinkommen, Ölhaftungsübereinkommen). Zunehmend verschmutzen in das Meer abgegebene Ölrückstände aus der Treibstoffaufbereitung der normalen Handelsschifffahrt Hohe See und Küstengewässer. Durch kostenlose Annahme dieser Rückstände in den Häfen und strenge Überwachung wird dagegen vorgegangen (siehe auchMARPOL). Da Erdöl ein Naturprodukt ist, kann es durch Mikroorganismen abgebaut werden, wenn man ihm geeignete Bedingungen (ausreichend Sauerstoff und Düngemittel) bietet. An den Stellen größerer Ölunfälle tritt daher – sobald die groben Verunreinigungen entfernt sind – innerhalb weniger Jahre eine natürliche Regeneration der ursprünglichen Flora und Fauna ein.
Hierunter versteht man die Erdöl- und Erdgaserschließung vor der Festlandsküste und in größeren Binnengewässern. Hier befinden sich über 25% der weltweit nachgewiesenen (siehe auch) Ölreserven. Gegenwärtig stammt etwa ein Viertel der Welterdölförderung aus Offshore-Vorkommen. Die Ölförderung aus Offshore-Vorkommen ist sehr teuer. Eine typische Suchbohrung in der Nordsee erfordert zwischen 3 und 16 Millionen Dollar. Wird man ölfündig, so müssen für den Bau einer Förderplattform weitere Investitionen erbracht werden, die je nach Größe und Wassertiefe zwischen 400 Millionen und 1,5Milliarden Dollar schwanken. Diese Investitionen sind im Hinblick auf eine ausreichende Verfügbarkeit und Diversifikation der Ölquellen notwendig. Auf der Suche nach Öl ist man in den letzen Jahren in immer größere Meerestiefen vorgedrungen. Im Golf von Mexiko arbeiten bereits Förderanlagen in 2.000 m Tiefe.
Bei der Bestimmung der Klopffestigkeit wird ein besonderer Einzylinder-Prüfstandsmotor verwendet. Je nach Arbeitsbedingungen liefert er die ROZ (Research-Methode) oder die MOZ (Motor-Methode). Alle Einzelheiten des Messverfahrens sind in DIN 5 1 756 (siehe auch DIN-Normen für Mineralöl) festgelegt. Beide Oktanzahlen charakterisieren unterschiedliche Kraftstoffeigenschaften, die MOZ ist insbesondere ein Hinweis auf das Hochgeschwindigkeits-Klopfverhalten. Die ROZ ist in Deutschland durch die Norm DIN EN 228 (siehe auch Ottokraftstoff) für Normalbenzin auf mindestens 91, für Superbenzin auf mindestens 95 und für Super Plus auf mindestens 98 festgelegt.
Bei der Bestimmung der Klopffestigkeit wird ein besonderer Einzylinder-Prüfstandsmotor verwendet. Je nach Arbeitsbedingungen liefert er die ROZ (Research-Methode) oder die MOZ (Motor-Methode). Alle Einzelheiten des Messverfahrens sind in DIN 5 1 756 (siehe auch DIN-Normen für Mineralöl) festgelegt. Beide Oktanzahlen charakterisieren unterschiedliche Kraftstoffeigenschaften, die MOZ ist insbesondere ein Hinweis auf das Hochgeschwindigkeits-Klopfverhalten. Die ROZ ist in Deutschland durch die Norm DIN EN 228 (siehe auch Ottokraftstoff) für Normalbenzin auf mindestens 91, für Superbenzin auf mindestens 95 und für Super Plus auf mindestens 98 festgelegt.
Olefine (Alkene) ist ein Sammelausdruck für „ungesättigte“ Kohlenwasserstoffe, in denen mindestens zwei Wasserstoffatome durch eine zusätzliche Bindung zwischen zwei ohnehin miteinander verbundenen Kohlenstoffatomen (Doppelbindung) ersetzt wird. An dieser Doppelbindung geht das Molekül besonders leicht Reaktionen ein, was in vielen Mineralölprodukten die Lagerstabilität negativ beeinflusst. Die einfachsten Olefine (siehe auch Ethylen, Propylen) werden aus Rohbenzin von der (siehe auch) Petrochemie als Ausgangsstoffe für die vielfältigen Synthesen hergestellt.
Die OPEC wurde im Jahr 1960 gegründet und hat ihren Geschäftssitz in Wien. Ihre besondere Bedeutung für den Weltölmarkt ergibt sich daraus, dass zum einen in den Mitgliedsländern dieser Organisation rund 75 % der nachgewiesenen Weltölreserven lagern und sie zum anderen mit einer Ölförderung weit über den eigenen Bedarf hinaus einen wesentlichen Teil des Ölbedarfs anderer Länder decken. Die OPEC hatte sich bei ihrer Gründung zum Ziel gesetzt, die Mitgliedsländer gegen einen Preisverfall und eine Verringerung ihrer Einnahmen aus der Ölförderung abzusichern und im gegenseitigen Interesse eine gemeinsame Ölpolitik zu betreiben. 12-Mitglieder:
Offshore Pollution Liability Agreement Von den im Offshore-Bereich der Nordsee tätigen Betriebsgesellschaften vereinbartes freiwilliges Entschädigungssystem für die Regulierung von Ölverschmutzungs- und Reinigungskosten. In Kraft seit 1975.
Als Orimulsion wird eine Emulsion von natürlichem Bitumen – gewonnen im Orinoco- Becken (Venezuela) aus etwa 900 bis 1000 Metern Tiefe – in Wasser bezeichnet, die ungefähr 70 % Naturbitumen, ungefähr 30 % Wasser und 0,2 % grenzflächenaktive Stoffe zur Erleichterung der Emulsionsbildung enthält. Die Herstellung einer Emulsion dient zur Erleichterung der Beförderung des Bitumens. Das Erzeugnis wird als Brennstoff verwendet. Während der Heizwert des eigentlichen Orinoco-Bitumens mit etwa 40 MJ/kg dem von schwerem Heizöl entspricht, liegt der Heizwert der Emulsion wegen des Wassergehalts nur bei etwa 28 MJ/kg und entspricht damit dem von Steinkohle. Zolltarifliche Einreihung: KN Code 2714 90 00.
Ottokraftstoff ist die offizielle Bezeichnung für Normal- (Regular-) und Super- (Premium-) Kraftstoffe (siehe auch Benzine) für Vergaser- und Einspritzmotoren mit Fremdzündung (Ottomotoren). Wichtigste Kriterien der Ottokraftstoffe sind Klopffestigkeit (siehe auch Oktanzahl), hoher Energiegehalt, gute Vergasbarkeit und geringe Rückstandsbildung im Kraftstoffsystem und im Motor. Die Qualitätsanforderungen sind in der DIN EN 228 Ottokraftstoff festgelegt. Zum Bleigehalt von Ottokraftstoff siehe (siehe auch) Benzinbleigesetz, bleifreies Benzin, zur Zusammensetzung (siehe auch) Benzin, Raffinerieverfahren, sauerstoffhaltige Komponenten.
Ozon (chemisches Zeichen O3) ist eine besondere Erscheinungsform des Sauerstoffs. Es entsteht aus dem normalen Sauerstoff der Luft (chemisches Zeichen O2) durch Einlagerung eines einzelnen Sauerstoffatoms. Ozon ist sehr reaktionsfreudig und kann bei hohen Konzentrationen biologische Substanzen schädigen. Bei starker Sonneneinstrahlung bildet sich im Sommer Ozon in den unteren Schichten der Atmosphäre in einer komplizierten chemischen Reaktion. Beteiligt daran sind natürliche und anthropogen emittierte Kohlenwasserstoffe und Stickoxide (Sommersmog). Eine Regelung im Bundes-Immissionsschutzgesetz, gegen hohe Ozonkonzentrationen durch Verkehrsbeschränkungen in den Bundesländern vorzugehen, ist Ende 1999 ausgelaufen. Eine Nachfolgeregelung besteht z. Z. noch nicht.
Paraffine (Alkane), gesättigte Kohlenwasserstoffe, sind die Hauptbestandteile des Rohöls. Im Gegensatz zu (siehe auch) Olefinen und (siehe auch) Aromaten haben sie keine bevorzugt reaktionsfreudige Stelle im Molekül und gelten daher in gewissem Umfang als reaktionsträge.
Wortbildung aus petros (griech.) = Fels und oleum (lat.) = Öl, also Felsöl/Steinöl. Als Petrochemie (in der ehem. DDR richtiger „Petrolchemie“ genannt) wird die auf Erdölbasis arbeitende Erzeugung von chemischen Primärprodukten von der Mineralölverarbeitung abgegrenzt. Rohstoff der Petrochemie ist in erster Linie (siehe auch) Rohbenzin. In besonderen Fällen kommen auch Mitteldestillate oder Destillationsrückstände in Betracht. Die primäre Verarbeitungsanlage ist der Steamcracker (siehe auch Cracken). Ausgehend von Olefinen mit zwei bis vier Kohlenstoffatomen im Molekül und Aromaten wie Benzol, Toluol und Xylolen werden vorwiegend Kunststoffe, aber auch Weichmacher, Waschrohstoffe, Lösemittel und Vorprodukte für die chemische Weiterverarbeitung erzeugt.
Petroleum ist eine als Brennstoff, als Leuchtöl und zu Putzzwecken benutzte Fraktion der Rohöldestillation im Siedebereich von etwa 150 °C bis 250 °C. Hauptverwendungszweck von Petroleum ist der Einsatz als (siehe auch) Flugturbinenkraftstoff, wie er in der Luftfahrt verwendet wird. Die englische Bezeichnung für Petroleum ist Kerosin (Kerosene). „Petroleum“ in englischsprachigen Texten bedeutet „Mineralöl“.
Petrolkoks entsteht bei der Überhitzung von Rückstandsölen. Er enthält zunächst noch flüchtige Kohlenwasserstoffe (“Grünkoks“). Diese werden bei der gezielten Herstellung von Petrolkoks durch „Kalzinieren“ abgetrieben. Der fertige kalzinierte Petrolkoks wird als Elektrodenkoks in der Aluminiumindustrie, der Grünkoks in der industriellen Wärmeerzeugung verwendet (siehe auch Coker).
Rund 80 % aller in deutschen (siehe auch) Raffinerien eingesetzten Rohölmengen werden durch Rohölfernleitungen transportiert. Daneben dienen Fernleitungen auch dem Transport von Halbfertig- und Fertigprodukten zwischen den Raffineriezentren. Das Rohölfernleitungsnetz in Deutschland hat eine Gesamtlänge von über 2000 km.
Für Deutschland wichtige Pipelines: Rohöl- und Produktenleitungen Relationen
Der Primärenergieverbrauch eines Landes wird im Rahmen der so genannten Primärenergiebilanz (siehe auch Energiebilanz), einem statistischen Nachweis des Energieaufkommens, ermittelt. Dazu gehören Energieträger, die noch keiner Umwandlung unterworfen wurden (= Primärenergien), wie z. B. Rohöl, Erdgas, Rohbraunkohle, Steinkohle, Uran, Wasserkraft u.a. Sie können aus inländischer Förderung und dem Außenhandel stammen. Sekundärenergien, d.h. Energieträger, die durch physikalische / chemische Umwandlung entstanden sind, tragen nur in Höhe des Außenhandelssaldo zum Primärenergieverbrauch bei. Die westdeutsche Energieversorgungsstruktur war in den vergangenen Jahrzehnten einem grundlegenden Wandel unterworfen. In Westdeutschland war Kohle bis Anfang der 60er Jahre der dominierende Energieträger. Preiswerte und in großem Umfang verfügbare andere Energieträger, vor allen Mineralöl, vergrößerten danach ihren Anteil an der Energiebedarfsdeckung. Der Anteil des Mineralöls am westdeutschen Primärenergieverbrauch lag in den 70er Jahren bei über 50 % und ist seitdem wieder zurückgegangen. Die Versorgungsstruktur in Ostdeutschland veränderte sich seit 1989 grundlegend. Der Beitrag der Braunkohle ging von 68 % auf 38 % im Jahr 1995 zurück. Abgelöst wurde sie von Mineralöl und Erdgas. Der Anteil des Mineralöls am Primärenergieverbrauch Deutschlands lag im Jahr 2000 bei knapp 40%.
Propylen, Bezeichnung für den Olefinkohlenwasserstoff Propen, ist eine reaktionsfähige Verbindung, die sowohl beim katalytischen wie beim Steamcracken (siehe auch Cracken) anfällt. Propen ist eines der wichtigsten Ausgangsprodukte der petrochemischen Industrie.
Im Tankstellengeschäft die Vergütung, die der Tankstellenbetreiber von der Mineralölgesellschaft erhält, deren Kraft- und Schmierstoffe er als Agent dieser Gesellschaft vertreibt. Die Höhe der Provision ist vom Verkaufspreis unabhängig und wird in Pfennigen je Liter vereinbart (siehe auch Tankstellen).
Pyrolysebenzin ist der beim Steamcracken (siehe auch Cracken) entstehende Benzinschnitt. Aus Pyrolysebenzin werden insbesondere Aromaten (Benzol, Toluol, Xylole) isoliert. Das entaromatisierte Pyrolysebenzin geht an die Mineralölverarbeitung zurück, die es bei der Herstellung von Ottokraftstoffen mitverwendet.
Sicherstellung der Qualität von Produkten und Dienstleistungen im freien Warenverkehr. Die QS-Merkmale sind in der internationalen Normenreihe DIN/EN/ISO 9000 enthalten. Die wesentlichen Aufgaben bestehen in der Akkreditierung von Unternehmen, denen die Zertifikation und Überwachung der Produkt- und Dienstleistungsqualität obliegt. Für die Qualitätssicherung von Mineralölprodukten nach diesen Normen ist die Deutsche Akkreditierungsstelle für Mineralöl (DASMIN) im Rahmen der Trägergemeinschaft für Akkreditierung GmbH (TGA) tätig. Die nach den genannten Normen zertifizierten Mineralölgesellschaften bedienen sich im Kontraktoren- und Dienstleistungsbereich in der Regel nur solcher Unternehmen, die ebenfalls zertifiziert sind. Für Kontraktoren technischer Dienstleistungen in der Mineralölindustrie gibt es als Zertifizierungssystem das so genannte Sicherheits-Certificat- Contractoren (SCC); die Chemische Industrie hat international das so genannte Safety and Quality Assessement System (SQAS) entwickelt. Der bislang nicht geregelte Bereich des (siehe auch) Gefahrguttransports soll durch eine von der EU-Kommission mandatierte EN-Qualitätssicherungsnorm (siehe auch Normung) erfasst werden.